Webhinweis: Ulrich Kutschera – Homoehe im Lichte der Biologie

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Webhinweis:
Ulrich Kutschera – Homoehe im Lichte der Biologie

Das Interview bei Kath.net:

(…) Was denken Sie über die Legalisierung der Homo-Ehe in Deutschland? Wer steckt dahinter und wer profitiert davon?

Kutschera: Die „Ehe vollziehen“ mit dem Resultat einer inneren Befruchtung (Sex-Akt) können nur Mann/Frau (Hetero)-Paare. Daher sind Begriffe wie „Homosex“ und „Homo-Ehe“, biologisch betrachtet, unsinnige Wortschöpfungen. Von einer Aufwertung eingetragener Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Partnerschaften in den Ehe-Stand halte ich nichts. Eine politisch einflussreiche Links/Grün/Rot-indoktrinierte Gender-Homo-Lobby steht vermutlich dahinter, die unsere „christlichen“ Parteien fest im Würgegriff haben.  (…)

So weit so kontrovers – für den ein oder anderen.

Ein guter Beitrag zum Gender-Diskurs.




Link: “Gender-Debatte: Unsinnige Glaubenslehre in der Biologie?”

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Link: Gender-Debatte: Unsinnige Glaubenslehre in der Biologie?

 

Ein neuer Artikel von Professor Dr. Ulrich Kutschera.

 

Gender-Debatte: Unsinnige Glaubenslehre in der Biologie?

Der Kasseler Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera antwortet auf Brynja Adam-Radmanics Beitrag „Biologie in der Gender-Debatte: Vom Feminismus geächtet, vom Rechtspopulismus umarmt“ aus Heft 5/2017 (S. 16 ff.). Seiner Ansicht nach gehört die sozialkonstruktivistische Gender-Lehre auf dem Friedhof unsinniger Gedankengebäude begraben. Genau so wie etwa der Kreationismus, der Wünschelruten-Glaube und die Homöopathie.

Im Mai 2017 veröffentlichte das Laborjournal einen Artikel mit dem Titel „Biologie in der Gender-Debatte: Vom Feminismus geächtet, vom Rechtspopulismus umarmt“. In diesem, von Frau Brynja Adam-Radmanic verfassten Kommentar wird die Tatsache aufgegriffen, dass im Rahmen der Umbenennungsaktion Freiburger Straßennamen auch der Natur­for­scher Carl von Linné wegen seines mutmaßlich zweifelhaften Frauenbildes ins Kreuzfeuer geriet – und im Zusammenhang mit der sozialkonstruktivistischen Gender-Ideologie thematisiert (LJ 5/2017: 16-19).

Die Autorin vertritt die These, dass die wenigen Biologen, die es wagen, eine Geschlechter-Irrlehre als unwissenschaftlich zu kritisieren, dem „rechtspopulistischen Spektrum“ beizuordnen seien. (…)




Evolution: Erste Asiaten – Urwaldbewohner auf Sumatra

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Evolution: Erste Asiaten

Urwaldbewohner auf Sumatra

Der Berliner Tagesspiegel unternimmt eine weite Reise. Er reist 68.000 Jahre zurück und zusätzlich nach Asien. In einem Artikel beschäftigt sich die Zeitung mit frühen Menschen auf Sumatra.

Bereits vor rund 68.000 Jahren lebten „moderne“ Menschen in Asien
– in einer Höhle im Regenwald Indonesiens.

Zunächst geht es um Funde, die dem Vorgänger des heutigen Menschen, dem Homo Erectus, zuzuordnen sind.

Die Karsthöhle „Lida Acer“ in den Bergen der indonesischen Insel Sumatra ist Frühmenschenforschern ein Begriff. Bereits 1888 bis 1890 hatte Eugène Dubois dort einen oberen Schneide- und einen Backenzahn ausgegraben, die denen eines modernen Menschen ähnelten. (…)

Der Homo Sapiens war bereits früh auf Wanderschaft, was Ergebnisse von Forschern vermuten ließen. Es fehlten allerdings die endgültigen Beweise.

(…) Im Erbgut hatten Forscher allerdings Indizien gefunden, dass Homo sapiens Afrika vor mindestens 75 000 Jahren verlassen und vor mehr als 60 000 Jahren auf den Inseln Südostasiens gelebt hatte. Nur fehlten zu diesen Ergebnissen konkrete Spuren in Form von Überresten dieser Auswanderer und ihrer Nachkommen. Vielleicht gab es diese Fossilien in der Karsthöhle Lida Acer? (…)

Ein solcher Beweis ist nun aufgetaucht.

(…) Im September 2015 brachen die Forscher in die Bergwelt Indonesiens auf. In der vorderen Kammer der Höhle fanden die Forscher den Tropfstein, den bereits Dubois beschrieben hatte. In der hinteren konnten sie Zähne verschiedener Tiere von Nashörnern bis zu Schweinen bergen. Alle waren zur gleichen Zeit dort abgelagert worden wie die beiden Menschenzähne.

Eine exakte Analyse der Zähne bestätigte, dass sie in einem Homo-sapiens-Kiefer steckten. Damit ist der bisher älteste Nachweis moderner Menschen außerhalb von Afrika (und Israel) unter Dach und Fach. Obendrein bewiesen die Forscher, dass moderne Menschen schon damals im Regenwald lebten. (…)

Der Artikel des Tagesspiegels hilft, die Geschichte des Menschen immer weiter zu erhellen.

 




Buch: Die Quotenfalle – Warum Genderpolitik in die Irre führt

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Die Quotenfalle – Warum Genderpolitik in die Irre führt

Im FBV (Finanzbuchverlag) ist das Buch zur Frauenquote erschienen. In 23 Aufsätzen beleuchten über 20 Autoren beider Geschlechter die Quote aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Einige Professoren verschiedener Disziplinen teilen ihre Gedanken über die Quote mit dem Leser.

Ein Rundumschlag und eine historische Brücke

Wer einen Rundumschlag zur Argumentation gegen die Frauenquote möchte, ist mit Arne Hoffmanns Aufsatz “Die zehn wichtigsten Argumente gegen die Frauenquote” sehr gut bedient. Auch wenn man den Autoren an anderen Stellen durchaus als kritisch empfinden kann, hat er hier eine nahezu durchgängig einwandfreie Argumentation zum Thema abgeliefert. Wer auf die schnelle gesammelte Argumentationen zur Hand haben will, sollte sich diesen Beitrag näher ansehen.

Ferdinand Knauss schlägt zunächst eine historische Brücke von der französischen Revolution in das hier und jetzt.  Er unterscheidet unterschiedliche Gleichheiten. Hier unterscheidet er z. B. Ungleichheiten im Bereich der Justiz oder der Ökonomie. Das Modell der ausschließlich sozialen Konstruierung kritisiert er. Aus einer Gleichheit vor dem Gesetz könne bspw. keine biologische Gleichheit geschlossen werden.

Frauen- und Männersolidarität ist Unsinn

Gérard Bökenkamp ist mit zwei Beiträgen im Buch vertreten. In “Frauenpolitik in der Kollektivismusfalle. Jeder ist seines Glückes Schmied!” schildert er die Falle als Folge eines Konstruktionsfehlers.  Ein Denkfehler des Feminismus’ ist es, dass er Gruppen gleichstellen will. Bökenkamp hingegen führt aus, dass man lediglich Individuen, aber keine Gruppen gleichstellen kann, da es keine gleichförmigen Gruppeninteressen gibt.

Als Folgerung ist Frauensolidarität oder auch eine Männersolidarität Unsinn. Zu groß sind die Unterschiede innerhalb der einzelnen Geschlechter.

Jemand aufgrund der kollektiven Kategorie Geschlecht durch Quoten zu bevorzugen verstößt genauso gegen das Prinzip der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz, wie ihn aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Kategorie Geschlecht zu benachteiligen.Gérard Bökenkamp - Frauenpolitik in der Kollektivismusfalle. Jeder ist seines Glückes Schmied!

Außerdem stellt er einen grundsätzlichen Fehler in feministischer Argumentation fest: Auf der einen Seite stellt man alles als sozial konstruiert da, möchte aber auf der anderen Seite aufgrund einer biologischen Eigenschaft zu einer Bevorzugung gelangen. Die Forderung nach einer Frauenquote widerspricht grundsätzlichen Äußerungen des Feminismus. Der Konstruktivismus beißt sich mit den Quoten.

Im Aufsatz “Wettbewerb oder Quote” wird die positive Diskriminierung als das entlarvt, was sie letztlich ist: Sie ist eine Diskriminierung und vertieft nur die Gräben, die eigentlich eingeebnet werden sollen.

Moderne Zeiten: Frauen dürfen andere Dinge sagen

Fiona Lorenz sagt im Buch Dinge, die ein Mann in der heutigen Zeit ohne folgenden “Shitstorm” niemals sagen dürfte: Sie kommt zu dem Schluss “Bloß keine Frauenquote“. Sie hat einen sehr sozialkritischen Blick und verlässt eine “rein weibliche Perspektive” um zu einer objektiveren umzuschwenken. Sie betrachtet unterschiedliche sozialen Begebenheiten, erzählt von Karrieren berühmte historischer Frauen (Marie Curie, Maria Sybilla Merian) und vergisst auch wichtige Namen der aktuellen Debatte nicht. Hier nennt sie u. a. Warren Farrell und Matthias Mattusek.

Auch Fionas Lorenz’ Beitrag kann man als Rundumschlag werten, da sie durch viele Aspekte der Gesellschaft wandert und einer näheren Betrachtung unterzieht.

Weitere Autoren

Als weitere Autoren sind u. a. mit dabei

  • Dr. Alexander Ulfig, der auch als Herausgeber auftritt,
  • Professor Dr. Josef Christian Aigner,
  • Professor Dr. Gerhardt Amendt,
  • Christine Bauer-Jelinek,
  • Kevin Fuchs,
  • Professor Dr. Walter Hollstein,
  • Dr. Bruno Köhler,
  • Professor Dr. Dr. Dr. Adorján F. Kovács,
  • Eckhard Kuhla,
  • Bernhard Lassahn
    (seinen Beitrag zum Buch kann man auch an dieser Stelle lesen)
  • Dr. Philip Plickert
  • und diverse mehr

Diese ganzen Autoren hätten es verdient hier näher betrachtet zu werden, allerdings soll dem potentiellen Leser auch noch selbst etwas verbleiben.

Was mit zunächst als schlichtes Thema erschienen ist, zeigt sich hier komplexer und schillernder als erwartet. Das Buch lebt von den unterschiedlichen Betrachtungsweisen, die übersichtlich in nicht zu lange Aufsätze unterteilt sind. Geordnet sind die einzelnen Beiträge nach den Gebieten

  • Gleichberechtigung/Gleichstellung
  • Quotenpolitik
  • Quoten in der Wirtschaft
  • Quoten in der Wissenschaft

Die Betrachtungsweisen liegen innerhalb dieser Themengebiete, gehen aber an vielen Stellen darüber hinaus. Die Aufteilung in übersichtliche Beiträge gestattet einen schnellen Zugriff auf die einzelnen Argumentationen. Mich selbst haben neben den mir bereits bekannten Argumentationen die philosophischen Ansätze in unterschiedlichen Beiträgen fasziniert. Das Buch lädt jeden Interessierten dazu ein, sich auch über das Thema hinweg mit vielen Themen auseinanderzusetzen.

Ich traue mich schon gar nicht mehr erneut von einem Rundumschlag zu sprechen. Das Buch bekommt eine deutliche Leseempfehlung.

 

 




Webhinweis: Gender raus! – Steuerfinanzierte Armseligkeit: Heinrich-Böll-„Stiftung“

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Webhinweis: Gender raus! –
Steuerfinanzierte Armseligkeit: Heinrich-Böll-„Stiftung“

Einen Artikel über steuerfinanzierten Genderwahn, gibt es bei den ScienceFiles:

“Gender raus!” Von Steuerzahlern finanzierte Armseligkeit: Heinrich-Böll-„Stiftung“ beamtet Leichnam

Der Artikel beschäftigt sich mit einem von der Heinrich Böll Stiftung erstellten Schriftstück, das den Steuerzahler eine Menge Geld gekostet hat und ohne tatsächlichen Wert daher kommt.

(…) Den Misthaufen in der Küche und die Ansammlung von Mülltonnen, die als Küche durchgehen sollen, nehmen wir jetzt und übertragen sie im Analogieschluss auf den neuesten Versuch aus dem Hause „Heinrich-Böll-Stiftung“, die Gender Studies zu retten. Die Heinrich-Böll-Stiftung ist natürlich keine Stiftung, sondern ein politischer Verein, den die Grünen gegründet haben und der von Steuergeldern lebt. Ohne die Steuergelder gäbe es die angebliche Stiftung nicht:
Stiftungskapital ist Fehlanzeige.

Der Analogieschluss bezieht sich aber nicht auf die HB-Fake-Stiftung. Der Analogieschluss bezieht sich auf die mit Steuergeldern finanzierte Broschüre „Gender raus! 12 Richtigstellungen zu Antifeminismus und Gender Kritik“. Für den meisten Text, der in dieser Broschüre zusammengetragen ist, zeichnet eine Franziska Schutzbach verantwortlich, deren wissenschaftliche Meriten in Google Scholar schnell zusammengetragen sind. (…)

Die Fehler, die der Böllstiftung unterlaufen werden anhand des Schriftstücks nach und nach durchgegangen.

 




Dr. Alexander Ulfig – Angriffsziel „Gender Studies“ verfehlt!

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Angriffsziel „Gender Studies“ verfehlt!

von Dr. Alexander Ulfig

Der Biologe Axel Meyer kommt in „Adams Apfel und Evas Erbe“ über die Grenzen seines Faches nicht hinaus

Kritik an der Gender-Ideologie und ihren politischen Auswüchsen kam bis dato zum größten Teil aus der Feder von Publizisten, Menschenrechtsaktivisten und vereinzelt von Sozial- und Geisteswissenschaftlern. Umso erfreulicher ist es, dass sich mittlerweile auch Naturwissenschaftler, vor allem Biologen, trauen, die Gender-Ideologie zu kritisieren.

Genderkritik von Biologen

Den Anfang machte Ulrich Kutschera, Professor für Evolutionsbiologie an der Universität Kassel. In einer Radio-Sendung konfrontierte er gesicherte, auf Tatsachen basierende Erkenntnisse aus der Biologie mit nicht auf Tatsachen und empirischer Überprüfung, sondern auf ideologischen und politischen Annahmen beruhenden Vorstellungen der Gender Studies. Zusammenfassend bezeichnet er die Gender Studies als „Unfug, Religion, feministische Sekte“.

Ein weiterer renommierter Biologe, der sich traut, den ideologisch-politischen und somit unwissenschaftlichen Charakter der Gender Studies herauszustellen, ist Axel Meyer, Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz. Mit seinem Buch Adams Apfel und Evas Erbe liefert er einen weiteren Beitrag „gegen hierzulande leider weit verbreiteten antiwissenschaftlichen Hokuspokus wie etwa Anthroposophie, Homöopathie oder Genderstudies“. (S. 18)

Das Buch stellt in erster Linie eine allgemeinverständliche Einführung in Geschichte, Grundlagen und ausgewählte Probleme der Genetik und der Evolutionsbiologie dar, wobei die ausgewählten Probleme hauptsächlich die Differenzen zwischen Männern und Frauen betreffen.

Er behandelt Themen wie Sex und Fitness, das menschliche Genom, die Rolle der Chromosome (des X-Chromosoms und des Y-Chromosoms), die Homosexualität und den Zusammenhang von Gene, Geschlecht und Intelligenz.

Dennoch: Biologie und seriöse Geisteswissenschaften ergänzen sich

Aber bereits in der Bestimmung der Intelligenz durch die üblichen Intelligenztests zeigen sich die Grenzen seines Ansatzes. Das ist ein wichtiges Thema, denn ein Anliegen Meyers ist es, die Überlegenheit der (seriösen) Naturwissenschaften gegenüber den (weniger seriösen oder unseriösen) Geisteswissenschaften zu zeigen. Die Gender Studies gelten für ihn als Geisteswissenschaften, und zwar solche, die mit der Biologie nichts zu tun haben möchten, in ihr sogar ihren größten Feind sehen.

Mit den üblichen Intelligenztests werden Fähigkeiten wie Lese-Verständnis, Analogiebildung, Wortschatz- und Faktenkenntnis, aber auch Mustererkennung, induktives und deduktives Denken sowie Problemlösen erfasst, Fähigkeiten, die auch für das Denken der Geisteswissenschaftler unerlässlich sind, die jedoch nicht die spezifischen geisteswissenschaftlichen Fähigkeiten ausmachen, denn Geisteswissenschaften im engeren Sinne des Wortes sind hermeneutische. d.h. auf Verstehen und Auslegung von Kulturprodukten ausgerichtete Wissenschaften.

Folgende „Fähigkeiten“ sind für sie konstitutiv: das Sich-hinein-Versetzen in Personen und – meist kulturelle – Sachverhalte (z. B. Kunstwerke, literarische Werke oder gar historische Epochen), der hermeneutische Zirkel (jedem Verstehen liegt ein Vorverständnis zugrunde, das in der Auseinandersetzung mit der Welt revidiert werden kann), die Horizontverschmelzung (sie tritt dann ein, wenn sich zwei Subjekte verständigen), die Eingebundenheit des Verstehens in einen geschichtlichen Zusammenhang (Wirkungsgeschichte) usw.

All diese „Fähigkeiten“ lassen sich in den üblichen Intelligenztests nicht erfassen und messen. Übrigens würde es mich interessieren, wie herausragende Denker, die der hermeneutisch-interpretativen Tradition zuzurechnen sind, wie z.B. Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger oder Hans-Georg Gadamer, bei den üblichen Intelligenztests abgeschnitten hätten.

Sind die Gender Studies überhaupt Geisteswissenschaft?

Doch bilden die Gender Studies überhaupt eine Geisteswissenschaft? Was ihre institutionelle Anbindung an den Universitäten angeht, so sind sie in den sozialwissenschaftlichen Fakultäten beheimatet. Der Gegenstandsbereich der Gender Studies ist die soziale Welt, genauer: das Geschlecht als soziale Konstruktion, gesellschaftliche Rollenbilder, soziale Konflikte und gesellschaftliche Mechanismen der Diskriminierung.

In methodologischer Hinsicht möchten die Gender Studies dem Anspruch nach in der Regel empirisch vorgehen, d. h. sie möchten Hypothesen aufstellen, die auf die Realität zutreffen, die sich an der Realität ausweisen. Ansonsten hätte die Rede von sozialen Konflikten und Diskriminierungen keinen Sinn.

Die Gender Studies bilden daher keine Geisteswissenschaft im engeren Sinne des Wortes, also keine hermeneutisch-interpretative Wissenschaft, sondern eine Sozialwissenschaft, für die die empirische Forschung eine wichtige Rolle spielt.

Naturwissenschaft und Sozialwissenschaft – eine Abgrenzung

Wir haben demnach die Naturwissenschaften wie Biologie, die empirisch vorgehen, d. h. ihre Hypothesen an der Realität überprüfen, wobei die Beobachtung und das Experiment eine zentrale Rolle spielen. Wir haben ferner die Sozialwissenschaften, die ebenfalls empirisch vorgehen, also ihre Hypothesen an der Realität überprüfen, die jedoch aufgrund der Komplexität der von ihnen untersuchten Phänomene und aufgrund der Unmöglichkeit, viele dieser Phänomene direkt zu beobachten, nicht so exakte Erkenntnisse wie die Naturwissenschaften liefern können.

Schließlich liegen uns die Geisteswissenschaften vor, also die hermeneutisch-interpretativen Wissenschaften, in denen es um Verstehen und Auslegung von Kulturprodukten geht. Zu ihnen gehören weite Teile der Philosophie, die Theologie, die Geschichtswissenschaft, die Klassische Philologie und die Literaturwissenschaften.

Diese Differenzierungen, die von Axel Meyer leider nicht vorgenommen werden, sind notwendig, um den Status der Gender Studies zu verstehen und sie einer adäquaten Kritik zu unterziehen.

Der Autor widerlegt, aber greift zu kurz

Axel Meyer widerlegt anhand von zahlreichen Studien aus der Genetik die in den Gender Studies weit verbreitete Ansicht, dass das Geschlecht – übrigens auch das biologische Geschlecht (sex) – nur eine soziale Konstruktion sei, (1) dass Menschen ursprünglich „genderneutral“ seien und erst später, durch den Einfluss der Gesellschaft, in „kulturell vorgeformte Normen gepresst würden“ und dass es ein „Geschlechterkontinuum“ gebe, innerhalb dessen Heterosexuelle eine „denkbare Variante an den Enden eines ´Regenbogens`“ seien. (S. 292)

Er weist den Anteil der Gene an den unterschiedlichen Fähigkeiten von Männern und Frauen auf, ohne jedoch den Anteil der Umwelt daran in Frage zu stellen, denn kein seriöser Naturwissenschaftler bezweifelt, dass wir Menschen von Umweltfaktoren stark beeinflusst sind. Und kein seriöser Sozial- oder Geisteswissenschaftler stellt in Frage, dass wir auch durch Gene bestimmt sind.

Allerdings greift Meyers Kritik der Gender Studies, genauer: ihres theoretischen Kerns, zu kurz, wenn er sich auf die unverständliche Ausdrucksweise von Judith Butler kapriziert. Er führt eine ihrer langen Sätze an und bezeichnet ihn als „intellektuellen Unsinn“:

„Wer so schreibt …, hat nichts anderes verdient, als ignoriert zu werden.“ (S. 359)

Das mag sein, doch solche Urteile können eine sachliche und systematische Kritik an dem theoretischen Kern der Gender Studies nicht ersetzen. Und es gibt viele weitere Kritikpunkte, die auch für Naturwissenschaftler von Relevanz sind.

Kritik an der sozialen Konstruktion der Geschlechter

Der erste betrifft den Begriff der sozialen Konstruktion. Die Annahme, dass das Geschlecht – und andere gesellschaftliche Phänomene – sozial konstruiert sind, wird in den Gender Studies wie ein Dogma betrachtet. Dabei verwechseln die Vertreterinnen der Gender Studies Konstruktion mit Produkt: Wir sind Produkte von biologischen, also genetischen, und sozio-kulturellen Faktoren. Wir konstruieren uns nicht selbst.(2)

Mit der Vorstellung, Geschlecht und andere gesellschaftliche Phänomene seien soziale Konstruktionen, verfolgen die Sozialkonstruktivisten ein politisches Ziel. Wenn gesellschaftliche Phänomene konstruiert sind bzw. konstruiert (und auch dekonstruiert) werden können, dann müssen sie nicht bestehen. Wenn wir das wollen, könnten wir sie nach unseren Vorstellungen ändern. Jeder könnte beispielsweise seine Rollenbilder oder sein Geschlecht ändern.

Die Sozialkonstruktivisten spielen sich als Sozialingenieure auf, die den Menschen beliebig formen möchten. Gerade die naturwissenschaftliche Forschung entlarvt diese gefährliche Phantasie als eine Illusion.

Gender Studies vs. Radikaler Konstruktivismus

Im Zusammenhang mit einer Kritik an den Gender Studies ist es wichtig, zwischen dem Sozialkonstruktivismus der Gender Studies und dem Radikalen Konstruktivismus der Biologen Humberto Maturana und Francisco Varela eine scharfe Trennlinie zu ziehen, denn einige Sozialkonstruktivistinnen berufen sich zwecks Untermauerung ihres Ansatzes auf den von der Neurobiologie beeinflussten Radikalen Konstruktivismus.(3)

Dabei handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Ansätze. Im Radikalen Konstruktivismus geht es darum zu zeigen, dass die Wirklichkeit durch unseren kognitiven Apparat, vor allem durch die Wahrnehmung, die wiederum auf neuronale Gehirnprozesse zurückzuführen ist, konstruiert wird.

Der Sozialkonstruktivismus behauptet hingegen, dass komplexe soziale und historisch entstandene Phänomene als von uns bewusst gemachte zu verstehen sind und nach unseren Vorstellungen geformt werden können. Leider geht Axel Meyer auf die wichtige Unterscheidung zwischen den beiden Ansätzen nicht ein.

Die Empirie der Gender Studies

Ein weiterer Kritikpunkt an den Gender Studies betrifft deren Empiriefähigkeit. Oben wurde festgestellt, dass Gender Studies in der Regel den Anspruch erheben, empirisch zu forschen. Faktisch gehen sie nur „teilweise“ empirisch vor.(4) Sie vermischen empirische Beschreibungen und Erklärungen mit Wünschen, Hoffnungen, Werturteilen und politischen Zielsetzungen. In anderen Worten: Sie unterscheiden nicht zwischen dem Entstehungszusammenhang, dem Begründungszusammenhang und dem Verwertungszusammenhang.

Im Entstehungszusammenhang werden Untersuchungsgegenstände nach Relevanzgesichtspunkten ausgewählt. Die Auswahl ist wertend und kann von wissenschaftsexternen, z. B. politischen, Faktoren abhängen. Im Begründungszusammenhang sollen wissenschaftsexterne Wertungen ausgeblendet werden. Sie dürfen die Überprüfung von Hypothesen nicht beeinflussen. Hier soll wertfrei geforscht werden. Im Verwertungszusammenhang können die im Begründungszusammenhang gewonnenen Erkenntnisse für politische Zwecke verwertet werden. Hier kann z.B. darüber entschieden werden, wie die Genforschung verwertet werden soll.

In den Gender Studies wird beispielsweise die wissenschaftliche Arbeit im Begründungszusammenhang von vornherein in den Dienst von politischen Zielen gestellt. Auch auf diese Differenzierungen hätte Axel Meyer eingehen können, spricht er doch den Gender Studies Neutralität sowie Wissenschaftlichkeit ab und attestiert ihnen Ideologisierung sowie Politisierung.

Gender Studies als Grundlage für das Gender Mainstreaming

Überzeugend beschreibt er hingegen die Politik, die aus den Gender Studies bzw. der Gender-Ideologie folgt: die Politik des sog. Gender-Mainstreamings. Das Ziel dieser Politik ist es, das Geschlecht zur zentralen Kategorie des sozialen Handelns zu erheben und in allen relevanten Bereichen der Gesellschaft zu berücksichtigen.

Die Wirkung der Gender-Ideologie beschränkt sich daher nicht nur auf einige sozialwissenschaftliche Fachbereiche, sondern hat sich in der westlichen Welt in allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen, wie Politik, Recht, Öffentlichen Dienst, Bildung und Wissenschaft, ausgebreitet.

Meyer verweist mit Nachdruck auf den Widerspruch zwischen der Theorie, d. h. der Gender-Ideologie, und der Praxis, also der Politik des Gender-Mainstreamings. Die Ideologie besagt, dass das Geschlecht sozial konstruiert und wählbar ist. Darüber hinaus postuliert sie die Gleichheit der Geschlechter.

Soziale Geschlechter und Frauenförderung – eine Inkonsistenz

In der politischen Praxis aber gibt es unzählige Förderprogramme, die nur Frauen vorbehalten sind, und Gesetze, die Frauen bevorzugen, und zwar Frauen aufgrund ihres biologischen Geschlechts. Personen, die biologisch Männer sind, sich aber als Frauen verstehen, dürfen an den genannten Förderprogrammen nicht teilnehmen bzw. dürfen die genannten Gesetze nicht in Anspruch nehmen. Um es in den Worten von Axel Meyer zu sagen:

„Paradoxerweise macht gerade die Ideologie, die die Bedeutung des biologischen Geschlechts kleinredet, das biologische Geschlecht zu einem entscheidenden Qualifikationsmerkmal für den Beruf!“ (S. 362)

Die Politik des Gender-Mainstreamings führt unausweichlich und nachweisbar zur Bevorzugung von Frauen und zur Diskriminierung von Männern, und zwar in allen relevanten Bereichen der Gesellschaft. Ausdruck davon sind sind die oben genannten Förderprogramme und Gesetze (Gleichstellungs- und Quoten-Gesetze).

Besonders stark wird diese Politik an den Universitäten forciert. Es gibt dort Förderprogramme nur für Frauen, z. B. das Professorinnenprogramm, mit dessen Hilfe Frauen auf Professuren gehievt werden, ferner Professuren, die faktisch nur für Frauen ausgeschrieben werden. Universitäre Gleichstellungsbeauftragte üben Druck auf Berufungskommissionen aus, damit diese Professuren an Frauen vergeben, ganz unabhängig davon, ob diese Frauen besser als ihre männlichen Mitbewerber qualifiziert sind oder nicht. Die Gleichstellungsbeauftragten betreiben somit eine offene Lobby- und Klientelpolitik.

Da die Gender-Lehrstühle fast ausschließlich von Frauen besetzt sind, liegt die Vermutung nahe, dass das Fach Gender Studies extra dafür geschaffen wurde, um den Anteil von Frauen, also die Frauenquote an den Universitäten zu erhöhen – ein Skandal, der seinesgleichen in der Wissenschaftsgeschichte sucht.

Abschließende Forderungen des Buches

Axel Meyer fordert abschließend von Studenten der Sozialwissenschaften, insbesondere der Gender Studies, sich mehr mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Es wäre wünschenswert, wenn sie im Grundstudium einige Semester lang Kurse in Naturwissenschaften belegen würden. (S. 351)

Auch die Politik und die Medien sollten in größerem Ausmaß naturwissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehen. Auf diese Weise könnte der Ideologisierung unserer Gesellschaft ein Riegel vorgeschoben werden. Dabei muss man auch in Kauf nehmen, dass die auf Fakten basierenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse mit den Geboten der Politischen Korrektheit oft nicht übereinstimmen.

All den Forderungen von Axel Meyer kann man nur beipflichten. Allerdings wäre es auch wünschenswert, wenn sich Studenten der Naturwissenschaften im Gegenzug und im Sinne des von Axel Meyer postulierten „Austausch(es) über die Fächergrenzen hinaus“(S. 351) einige Semester lang mit Sozial- und Geisteswissenschaften beschäftigen würden.

Fazit
Das Buch eignet sich dafür, in die Grundlagen der Genetik und der Evolutionsbiologie allgemeinverständlich einzuführen. Es eignet sich auch dafür, die genetischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen kennenzulernen. Es eignet sich aufgrund der oben genannten Mängel nicht dafür, die Gender Studies adäquat anzugreifen. Um dies zu tun, müsste Axel Meyer über die Grenzen seines Faches Biologie, hier stellvertretend für alle Naturwissenschaften, hinausgehen, d.h. im Austausch mit Sozial- und Geisteswissenschaftlern argumentieren. Nur eine gemeinsame Front kann dem Gender-Spuk ein schnelles Ende bereiten.

Quellen

Axel Meyer, Adams Apfel und Evas Erbe. Wie die Gene unser Leben bestimmen und warum Frauen anders sind als Männer, München 2015.

Quellen:

  1. Judith Butler, Körper von Gewicht. Die diskursive Grenze des Geschlechts, Berlin 1995, S. 21.
  2. Alexander Ulfig, „Der Mythos von der ´sozialen Konstruktion`“, in: Cuncti 22.03.2015:
  3. Karin Knorr Cetina, „Konstruktivismus in der Soziologie“, in: Albert Müller u.a. (Hrsg.), Konstruktivismus und Kognitionswissenschaft. Kulturelle Wurzeln und Ergebnisse, Wien 2001.
  4. Rainer Schnell u.a. (Hrsg.), Methoden der empirischen Sozialforschung, München 20119, S. 108 ff.


Dr. Alexander Ulfig hat verschiedene Bücher veröffentlicht.

Zuletzt: Die Quotenfalle: Warum Genderpolitik in die Irre führt




Ulrich Kutschera: Ehe für alle? Eine widersinnige Entscheidung

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Ulrich Kutschera: Ehe für alle? Eine widersinnige Entscheidung

Professor Dr. Ulrich Kutschera hat eine eindeutige Meinung zur ‘Ehe für alle‘.

Kath.net: Ehe für alle? ‘Diese widersinnige Entscheidung überrascht mich nicht’

(…)
kath.net:
Wie ist die deutsche Universal-Ehe aus Sicht der Evolutionsbiologie zu bewerten?

Kutschera: Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten. Bevölkerung heißt Population, und Populationen sind definiert als Fortpflanzungsgemeinschaften. Die auf deutschem Staatsgebiet lebende, religiös-kulturell relativ homogene deutsche Population ist somit ein Zusammenschluss von Menschen, die Nachkommen hinterlassen. Die wichtigste Aufgabe von Staatsführern besteht darin, die ihnen anvertraute Population aufrecht zu erhalten; daher ist die Ehe zwischen einem Mann (Spermien-Produzent) und einer Frau (Eizellen-Bereitstellerin mit Gebärfähigkeit) vom Grundgesetz unter besonderen Schutz gestellt. Obwohl ca. 15 % aller Männer und Frauen aus biologischen Gründen unfruchtbar sind, sind sie dennoch prinzipiell fortpflanzungsfähig (verantwortungsvolle assistierte Reproduktion). Homo-Paare, d. h. Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Verbindungen, sind sterile, a-sexuelle Erotik-Duos ohne Reproduktions-Potenzial. Das Problem künstlicher Befruchtungen lesbischer Pärchen, wobei nach Geburt eines Kindes eine Frau die Vater-Rolle übernimmt, kann hier nicht im Detail thematisiert werden. Das bemitleidenswerte Befruchtungs-Produkt muss dann z. B. im Kindergarten sagen: „Mein Papa ist meine zweite Mama“. Um das durchzuboxen, wird die von Kindesmisshandler John Money eingeführte, widernatürliche Früh-Sexualisierung betrieben, die ich als geistige Vergewaltigung Schutzbefohlener interpretiere. Diese Gender-Rechnung wird aber nicht aufgehen. Kurz formuliert: Der Staat hat nichts davon, wenn er sterile Homo-Pärchen privilegiert, denn die Rente dieser Menschen muss von den Kindern aus fertilen Mann-Frau-Ehen aufgebracht werden – eine Ungerechtigkeit ersten Ranges.
(…)

Auch die Adoption durch homoerotische Eltern bekommt eine klare Beurteilung im Interview.




Webhinweis: Stillen oder nicht? – “Nicht nur fürs Baby gut!”

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Webhinweis:

Stillen oder nicht? – “Nicht nur fürs Baby gut!”

Einen Artikel über mögliche weitere Vorzüge des Stillens – nicht nur für das Kind – gibt es in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).

Neue Zürcher Zeitung: Stillen – Nicht nur fürs Baby gut

Babys gedeihen am besten, wenn sie mit Muttermilch ernährt werden. Aber nicht nur dem Säugling kommt Stillen zugute, sondern offenbar auch der Mutter. Was schon früher beobachtet wurde, legen nun auch die Ergebnisse einer grossen chinesischen Bevölkerungsstudie nahe. (…)

Mütter, die ihre Kinder gestillt hatten, blieben demgegenüber überdurchschnittlich oft von Herzinfarkten und Schlaganfällen verschont. Je länger sie ihren Sprössling zudem auf diese Weise ernährt hatten, desto seltener erkrankten sie später an einem Herz-Kreislauf-Leiden. Bei einer Stillzeit von wenigen Monaten lag ihr Erkrankungsrisiko nur ein Prozent unter jenem von Frauen, die ihrem Baby nur Flaschennahrung gegeben hatten. Mit jedem zusätzlichen halben Jahr Brustfütterung sank das Risiko um weitere vier Prozent ab. (…)

Eine statistische Korrelation ist, wie im Artikel ausdrücklich ausgesprochen worden ist, keine Kausalität, wohl aber eine Begründung für eine Vermutung im Hinblick auf eine mögliche Kausalität,
die durch weitere Forschung erst noch zu bestimmen wäre.

Man könnte auch vermuten, dass Frauen, die Stillen, einen bewussteren Umgang mit Leben und der Gesundheit haben. Dies werden weitere Studien hoffentlich untersuchen.

(…) Heisst das also, dass Stillen die Mutter vor Herz-Kreislauf-Attacken schützt? Diese Frage kann die vorliegende Untersuchung aus methodischen Gründen nicht beantworten. Denn Bevölkerungsstudien sind generell wenig geeignet, kausale Zusammenhänge – also die Frage nach dem Huhn und dem Ei – zu klären. Nicht ausschliessen lässt sich daher, dass die länger stillenden Mütter von vorneherein gesundheitlich robuster und deshalb seltener von Herz-Kreislauf-Leiden betroffen waren. (…)

Es folgt ein Hinweis auf eine europäische Studie, die Risiken für “Vielfach-Mütter” aufzeigt, die unabhängig vom Stillverhalten sind.

 

 

 




Genderist – eine Definition bei den ScienceFiles.

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Genderist – eine Definition bei den ScienceFiles.

Beim Thema „Gender” kommt sehr schnell die Frage nach der Wissenschaftlichkeit dieser Disziplin auf. Mit dem Genderismus werden mittlerweile die meisten Studiengänge geflutet. “Interdisziplinär” müssen Vorlesungen zu diesem Thema belegt werden.

Die ScienceFiles haben auf Anfrage eine Definition ins Internet gestellt.

Genderisten/Genderismus – eine Definition

(…) Nun noch zu Genderisten: Da wir wie gesagt keine Essentialisten sind, existiert für uns kein Genderismus als solcher und niemand, dessen Wesenseigenart es wäre, Genderist zu sein.

„Genderist“ soll dementsprechend einfach eine Bezeichnung für Personen sein, für die gilt, dass sie
(1) die soziale Konstruktion von Geschlecht bzw. Geschlechtszugehörigkeit zum Ausgangspunkt aller sozialwissenschaftlich oder gesellschaftlich relevanten Beschreibungen und Erklärungen machen wollen und die Arbeit von Personen, die dies nicht tun wollen und andere Eigenschaften von Menschen (seien sie als sozial konstruiert aufgefasst oder nicht) als ebenso wichtig oder wichtiger für die Erklärung und das Verständnis sozialer Realität einschätzen, von vornherein als defizitär beurteilen, oder die
(2) Konstruktionen von Weiblichkeit und Männlichkeit in eine Hierarchie bringen, wobei alles, was weiblich konnotiert ist, präferiert wird, und darüber hinaus bestimmte Konstruktionen von Weiblichkeit (z.B. Hausfrau, „Karriere“frau ohne Kinder) und Männlichkeit (z.B. „Macho“-Mann) sowie bestimmte Lebensentwürfe (z.B. „Doppelverdiener“) weniger akzeptabel gefunden werden als die so genannte „Vereinbarkeitsweiblichkeit und -männlichkeit“ (oder gar nicht akzeptabel).

Aufgrund der Bewertung, die unter (2) genannt ist, können Genderisten per definitionem keine Wissenschaftler sein. (…)

Im Grundsatzprogramm der ScienceFiles gibt es einige Punkte, die darauf hinweisen, warum es sich beim “Genderismus” nicht um Wissenschaftlichkeit handelt.




Webhinweis: Wiege der Menschheit in Europa

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Webhinweis: Wiege der Menschheit in Europa

Bisher ist die Wissenschaft davon ausgegangen, dass der Ursprung der Menschheit in Afrika liegt. Nun gibt es eine Theorie, die Europa als Herkunft für die menschliche Rasse sieht.

Spiegel Online: Forscher verlegen Wiege der Menschheit von Afrika nach Europa

(…) Es ist eine Grundlehre der Anthropologie: In Afrika trennten sich die Wege von Menschen und Menschenaffen. Einer neuen Studie zufolge könnte es aber anders gewesen sein. Womöglich ist der Balkan die Wiege der Menschheit.

Die Abstammungslinien von Menschen und Menschenaffen teilten sich womöglich einige Hunderttausend Jahre früher als bisher angenommen – in Europa und nicht wie nach der gängigen Theorie vermutet in Afrika.

Diese Idee stellt ein Forscherteam um Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Paleoenvironment (HEP) in Tübingen im Fachmagazin “PLOS One” vor. Die Wissenschaftler hatten zwei Fossilfunde neu untersucht und die damaligen Umweltbedingungen an den Fundorten rekonstruiert.

Funde in Bulgarien und Griechenland (…)

Bei den entdeckten Funden handelt es sich offenbar um eine neue Vormenschenart, die bisher unbekannt war.  Diese Vormenschenart ist älter als die bisher bekannten Funde aus Afrika. Daher gehen Wissenschaftler davon aus, dass ein Abspaltung vom Schimpansen zum Menschen bereits zuvor in Europa stattgefunden hat.

Neu sind diese Überlegungen allerdings nicht:

(…) “Die Aufspaltung der Hominiden-Vorfahren des Menschen und der Menschenaffen ist schlecht dokumentiert”, sagt Jean-Jacques Hublin, Direktor der Abteilung Human Evolution am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig und nicht an der Studie beteiligt. Es sei nicht das erste Mal, dass Forscher angesichts der vielen Fossilienfunde in Südeuropa die ersten Menschen dort verorteten.  (…)

Wie es um die neue Theorie steht, erfährt man im interessanten Artikel bei SPON.




Link: Durch die Lupe der Evolution

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Link:
Durch die Lupe der Evolution

 

Chris Sander erforscht, wie Proteine ihre Gestalt erlangen – und wie die Resistenz von Krebs überwunden werden kann.

„Nichts in der Biologie ergibt einen Sinn, außer im Licht der Evolution“, lautet ein oft zitierter Satz des amerikanischen Genetikers Theodosius Dobzhansky. Dass das gleiche auch für die Bioinformatik gilt, hat Chris Sander bewiesen. Erst der Blick auf die Entwicklung des Lebens ermöglichte es Sander, die räumliche Gestalt von Eiweißmolekülen (Proteinen) zu bestimmen – und damit eines der großen Rätsel der Biologie zu lösen, oder seiner Lösung zumindest deutlich näher zu kommen. Sander, einer der Begründer der Bioinformatik, forscht am Dana-Farber-Krebsinstitut der Harvard-Universität in Boston. Am gestrigen Freitag sprach er beim „Digital Science Match“ im Kosmos-Kino in Berlin darüber, wie er das Protein-Problem knackte.

Supercomputer scheiterten am Protein-Problem

Proteine sind die Bausteine und Handwerker des Lebens. Ihr Bauplan ist in den Erbanlagen aufgezeichnet. Beim Menschen enthalten 20 000 Gene die Informationen für die Proteine, deren Zahl durch spätere biochemische Veränderungen noch vervielfacht wird. Bei der Herstellung der Proteine in der Zelle wird aus der genetischen Information ein räumliches Molekül. Aus einer (Erbfaden) werden drei Dimensionen (Eiweiß). (…)




Video (englisch): The Golden Gate Leech Summer of Love 50th

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Video (englisch):
The Golden Gate Leech Summer of Love 50th

This video is the first contribution to our new 2017-series “Public Understanding of Biology”.

It consists of a mixture of art, piano-music and solid science, produced by the evolutionary biologist Prof. Ulrich Kutschera (Universität Kassel, Germany/Stanford CA) in collaboration with Dr. Elizabeth Watts (Bauhaus-Universität Weimar, Germany), plus the support team Petra Bock & Lars Börje Vormstein (Universität Kassel, Germany).

First, we present a brief summary of the “Summer of Love 50th Anniversary”, celebrated in San Francisco CA (USA) in 2017. Then, we describe the discovery, description and unique reproductive behavior of a tiny, little hermaphroditic worm that was found in 1987 in the very place where the Hippie Movement began five decades ago. In 1967, thousands of young people converged on Haight-Ashbury, turning San Francisco into the epicenter of a cultural phenomenon known as the “Summer of Love”. During this exciting time, art, music and fashion flourished and, according to a 1987 article published by the San Francisco Sunday Examiner & Chronicle, there was a “feeling that everything was possible”… and here our story begins …Yes, indeed, everything was possible … even the discovery of a new aquatic animal species in Golden Gate Park, San Francisco, where, on the 14th of January 1967, “The Summer of Love” began.

In 1987, Dr. Ulrich Kutschera, who was at that time a Postdoc in Stanford, California, discovered a new leech species in the Golden Gate Park. This “loving San Francisco worm” is a good mother – it protects and feeds its young!

We recollect this unique story – the search for the leeches and their prey organisms in the ponds of Golden Gate Park, the identification/description of the animal – official name “Golden Gate Leech, Helobdella californica Kutschera 1988”, and the brooding behavior of the hermaphroditic “parent”. In addition, we discuss macro-evolutionary transitions in leeches. After this excursion into the world of evolutionary biology we come back to the “Summer of Love 1967”, with reference to the Monterey Pop Festival etc.

The video was created with the support of Jason Herrington (California Historical Society, San Francisco CA), Glenn Branch (National Center for Science Education, NCSE, Oakland CA), and Dr. Steve Farmer (The Systems Biology Group, Inc., Palo Alto CA). Music produced by UVASONAR Media Pool.




Link: “Hobbit” – Insel Flores – ein enger Homo-habilis-Verwandter

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Spektrum:
Flores-Mensch – Uralter Ast im Stammbaum

Laut Skelettanalyse ist der mysteriöse “Hobbit” von der Insel Flores “zu 99 Prozent ein enger Homo-habilis-Verwandter”. Das Ergebnis dürfte einiges an Kopfzerbrechen bereiten.

2003 wurde auf der indonesischen Insel Flores Skelettreste einer bis dahin unbekannten Menschenart entdeckt. Die Skelettreste deuten auf einen archaischen und kleinwüchsigen Menschen hin. Zu seiner Art wurden drei unterschiedliche Theorien entwickelt:

  1. Es handelt sich um einen “erkrankten Homo sapiens“.
    Diese Theorie wurde widerlegt: Die gefundenen Skelettstücke sind einfach zu alt.
  2. Es handelt sich um eine Unterart des Homo erectus, die auf der Insel “verzwergte”. Diese Theorie ist unter Wissenschaftlern populär.
  3. Es ist ein Verwandter einer eigentümlichen afrikanischen Menschenart, dem Homo habilis.

Die dritte Theorie um die Forscher um Debbie Argue von der Australian National University in Canberra, wird nun bekräftigt.

(…) Sie haben dazu im “Journal of Human Evolution” anhand von insgesamt 133 anatomischen Merkmale archaische und moderne Menschenverwandte analysiert und aus den Ergebnissen mit statistischen Methoden einen Stammbaum rekonstruiert. Demnach spaltete sich die Linie des Homo floresiensis vor über 1,75 Millionen Jahren von der des Homo habilis oder von der eines gemeinsamen Vorfahrens beider Arten ab.

Ein Problem dabei ist, dass sich die Fossilien von H. habilis ausschließlich in Afrika finden und die von H. floresiensis ausschließlich auf Flores. Eine Verwandtschaft der beiden setzt voraus, dass eine Wanderung quer durch die Kontinente stattfand, die bislang keine Spuren hinterließ. (…)

Gegen die Theorie spricht, dass der Homo erectus im Vorkommen in dieser Zeit und Region belegt ist.

Der Artikel hat eine klare Leseempfehlung!

 




Hinweis: “Meinungs-Unfreiheit und fehlende Debattenkultur”

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Hinweis: “Meinungs-Unfreiheit und fehlende Debattenkultur”

Die katholische Webseite hat mit dem Atheisten Professor Dr. Ulrich Kutschera ein Interview geführt. Seit gestern ist es online.

kath.net: Meinungs-Unfreiheit und fehlende Debattenkultur

(…)
kath.net: Herr Prof. Kutschera, liegt die Diskussionskultur bei uns im Argen?

Prof. Kutschera: Das ist leider der Fall. Offene, faire Diskussionen, wie sie z. B. in den USA üblich sind, gibt es in Deutschland selten. Wir leben hier in einer kleinkarierten Neid-Gesellschaft, in der unabhängige Freidenker mit eigenen Ansichten und konstruktiven Ideen unerwünscht sind. Angepasste, unterwürfige Mitläufer ohne eigenes Profil werden hofiert und vom Staat bedient. Kreative Naturwissenschaftler (insbesondere Biologen) haben keine politische Lobby und sind, als Fachkräfte, auf dem Arbeitsmarkt kaum vermittelbar. (…)

Ich hielt mich im März 2016 in Stanford/Kalifornien auf und habe das Ausladungs-Prozedere nur Online mitverfolgen können. Nachdem mir der Organisator der Studium Generale-Vortragsreihe „Evolution“ mitgeteilt hatte, dass studentische Protestaktionen zu meinem Termin geplant seien, sagte ich ab, da ich es nicht nötig habe, mich von naturwissenschaftlich unterbelichteten Ideologen beleidigen zu lassen. Kurz darauf kam dann die offizielle Ausladung über das Frauenbeauftragten-Präsidium der Uni Marburg – mein Vortrag hatte aber nichts mit dem Gender-Thema zu tun. In der Oberhessischen Presse sind zahlreiche Artikel zu dieser erbärmlichen Posse erschienen.

In meinem „Gender-Buch“ habe ich wissenschaftlich begründet, warum die Thesen der sozialkundlich argumentierenden „Gender-Forscher/innen“ unsinnig sind (siehe das Interview vom 15. Dez. 2016 auf kath.net).

Da die Vertreter dieser „Frau-gleich-Mann-Irrlehre“ keine Gegenargumente vorweisen können, werde ich als Frauenfeind und rechtsradikaler Unmensch diskreditiert, was unsinnig ist (siehe meine Würdigung der Künstlerin und Biologin Maria Sibylla Merian).

Eine Meinungsfreiheit, wie sie im Grundgesetz verankert ist, kann ich derzeit in Deutschland kaum mehr erkennen.

Das Interview bekommt eine deutliche Leseempfehlung!




Webhinweis: “Kampfbegriff Gender”

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Webhinweis: “Kampfbegriff Gender”

Eine Ausarbeitung zum “Kampfbegriff Gender” gibt es auf der Seite Maskulismus für Anfänger. Der Begriff wird in unterschiedlicher Weise diskutiert.

Weshalb ist der Begriff “Gender” so wichtig?

Der Begriff “Gender” ist einer der wichtigsten und zugleich unklarsten Begriffe in der Geschlechterdebatte. Er ist Bestandteil weiterer zentraler Begriffe wie “Gender Studies”, “Gender Mainstreaming”, Genderismus, Gender-Theorie, Gender-Stern u.a. Er wird in den verschiedenen Kontexten mit völlig verschiedenen Bedeutungen benutzt. Die Abgrenzung zum Begriff “Geschlecht” ist meistens unklar. (…)

Im weiteren geht es um die Begriffe Geschlecht, Geschlechtsmerkmale, die “sozialen Geschlechter”, die Biologie der Begriffe und einiges mehr.

Gerade die Wichtigkeit des Begriffs für den Feminismus wird herausgestellt.

(…) Obwohl also kein Konsens herrscht, was “Gender” überhaupt ist, ist es ein zentrales Dogma der feministischen Ideologie und der Gender Studies, daß “Gender” bzw. “Geschlecht” sozial, also willkürlich (um nicht zu sagen böswillig) konstruiert ist und auch anders als aktuell vorhanden konstruiert sein könnte, natürlich gemäß feministischen Wunschvorstellungen.

Die Annahme, daß Geschlechter und deren Unterschiede willkürlich sozial konstruiert sind, ist keine reine Gelehrtendebatte ganz oben im Elfenbeinturm, sondern von eminenter machtpolitischer Bedeutung. (…)

Die Inhalte der Ausarbeitung

Kurzfassung

Einführung und Motivation

Übersicht über die Hauptbegriffe

Biologische Geschlechtsbegriffe im Detail

Psychologische Geschlechtsbegriffe

Soziologische Geschlechtsbegriffe

Glossar “Begriffe in Glossaren”