Es gibt kein drittes Geschlecht!

Es gibt kein drittes Geschlecht!

Es gibt nur zwei Geschlechter und den Zustand “inter”

Es geht durch die Medien, die Ewigmorgigen jubeln:

Zeit: Bundesverfassungsgericht für drittes Geschlecht im Geburtenregister

Künftig muss es neben männlich und weiblich einen dritten Geschlechtseintrag im Behördenregister geben. Die Karlsruher Richter gaben einer intersexuellen Klägerin recht.

Die Möglichkeit, dass es einen weiteren Eintrag neben männlich und weiblich gibt, ist biologisch zumindest gegeben. Von einem dritten Geschlecht zu sprechen, ist allerdings mindestens fahrlässig falsch.

Ziel dieser Verwässerung ist die juristische Einführung der ominösen 60 und mehr Geschlechter, die immer wieder in Queer- und Buchstabenmenschenkreisen aufgeführt werden. Es geht um die faktenresistente Aufhebung der Zweigeschlechtlichkeit.

Ein fundierter Kommentar zum Thema kommt vom Evolutionsbiologen und Autor des Buches Gender-Paradoxon Professor Dr. Ulrich Kutschera.

Den Biologen irritierte der Ausdruck des 3. Geschlechts aus biologischer Sicht. Als Atheist kommt er erneut auf dem katholischen Nachrichtenmagazin kath.net zu Wort. Dort erläutert er die biologischen Fakten.

kath.net:

Drittes Geschlecht?

Biologische Fakten und postfaktische Fiktionen

(…) Mit Verwunderung konnte man vor einigen Tagen in den Leitmedien, wie der FAZ, der Süddeutschen Zeitung, Der Spiegel usw. lesen, es gäbe demnächst ein „Drittes Geschlecht“, welches im Geburtenregister eingetragen werden darf. Diese Schlagzeilen vermitteln der Allgemeinbevölkerung den irrigen Eindruck, man hätte jetzt endlich die schon lange von Vertretern der Gender-Ideologie geforderte „Überwindung“ des binären „Mann-Frau-Denkens“ vollzogen – die sowieso nur sozial konstruierte Zweigeschlechtlichkeit sei jetzt um eine dritte Option erweitert, könnte man annehmen. (…)

Es geht um die Verwässerung des Geschlechterbegriffs. Die Homoehe war noch lange nicht das Ende. Es geht um Beliebigkeit, die sich über jede Biologie hinwegsetzt.

Der Professor erklärt das Phänomen Vanja

Die Person Vanja hat darauf geklagt, dass sie als geschlechtslose Person “ihr Geschlecht” in das Geburtenregister eintragen lassen kann. Was widersprüchlich klingt, ist es auch. Professor Kutschera erklärt:

(…) Bei Vanja liegt eine Chromosomenanomalie vor, die ich in meinem Fachbuch Das Gender-Paradoxon, 2016 im Detail dargestellt habe – es handelt sich um eine Intersex-Frau, die das Turner-Syndrom aufweist. Diese natürliche genetische Variation kommt mit einer Häufigkeit von 1 zu 5000 Lebendgeburten in europäischen Populationen vor. Und da sind wir schon beim Punkt. (…)

Die AA X0-Turner-Personen werden als Intersex- Menschen bezeichnet, weil eine geschlechtliche Ausreifung zu einer fertilen, fortpflanzungsfähigen Frau, bedingt durch die Chromosomenanomalie, unterbleibt (…)

Daraus folgt: Sie ist den beiden existenten Geschlechten nicht eindeutig zuzuordnen. Daraus entsteht allerdings nicht die Existenz eines weiteren Geschlechtes. Der geschlechtliche Zustand der Person ist schlicht und einfach “nicht eindeutig”. Seit November 2013 gibt es die Möglichkeit, im Geburtenregister die Eintragung für das Geschlecht auszulassen.

Was folgt daraus?

(…) Der Person Vanja sollte man, bei gefühlter Inter-Geschlechtlichkeit, die Option einräumen, sich nicht als dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugehörig definieren zu müssen – ihr Körper produziert (wie alle 44 A X0-Personen) in jungen Jahren, weder Spermien (m), noch Eizellen (w). Neben den zwei Geschlechtern m & w – die Evolution hat im Verlaufe der letzten 500 Millionen Jahre kein weiteres Geschlecht hervorgebracht – sollte es daher die juristische Kategorie „Inter“ geben. (…)

Diese Option gibt es nun bereits seit November 2013. Hinweise auf den “Zwitterparagrafen” des Preußischen Allgemeinen Landrechts sind ebenfalls irreführend, da hier das Problem nur auf das 18. Lebensjahr der Betroffenen verschoben wurde.

Interessant und wichtig sind die schließenden Worte U. Kutscheras in seinem Beitrag bei kath.net.

Videos zum Thema von Ulrich Kutschera hat das Faktum Magazin zusammengestellt:

Videoserie:
Das Gender-Paradoxon Live mit Professor Dr. Ulrich Kutschera

 

 

 

 

 




Familie - "Genderpolitik" - Gender-Diskurs

Neues aus dem Genderland mit Professor Kutschera

Gender-Diskurs Logo

Neues aus dem Genderland mit Professor Ulrich Kutschera

Zunächst ist ein Interview mit Evolutionsbiologen bei philosophia perennis erschienen:

Ich bin weder homophob, noch ein Flache-Erde-Kreationist!

(…)

A. Göhring: Professor Kutschera, Sie sind der bekannteste Kreationisten-Kritiker und –Entlarver Deutschlands. Seit einigen Jahren wenden Sie sich dem Genderismus zu, also der Theorie, die grundsätzlich besagt, dass das Geschlecht eines Menschen anerzogen sei und dass es sogar wesentlich mehr Geschlechter als zwei gäbe. Was kritisieren Sie an dieser Auffassung?

Ulrich Kutschera: Zunächst sei festgehalten, dass ich seit 2009, als mein Bestseller Tatsache Evolution- Was Darwin nicht wissen konnte, in den Buchhandlungen lag, von Bürgern und Journalisten gebeten wurde, mich nicht nur mit dem Kreationismus, kritisch zu befassen, da es etwas viel Wichtigeres gäbe- die Gendertheorie. Ich forderte dann Schriften aus dieser mir damals noch fremden Gender-Szene an und war schockiert-ein anti-biowissenschaftlicher Abgrund tat sich vor mir auf, den ich zunächst ignorierte. Erst 2015, auf dem AAAS*-Meeting in San Jose, Kalifornien, wurde von Fachbiologen beschlossen, den Genderismus, wie den christlichen Fundamentalismus, aufzugreifen und inhaltlich zu widerlegen. Als Entdecker des Homosex (Eigen- Kopulation mit Selbstbefruchtung) bei gewissen zwittrigen Ringelwürmern, die wichtige Modellorganismen in der Evolutionsforschung sind, brachte ich dann meine Fachkompetenz ein – in einem Fachbuch. Das Gender-Paradoxon ist meine General-Abrechnung mit diesem pseudowissenschaftlichen Gedankenkonstrukt. Inhaltsleere, destruktive Feministen-Propaganda ohne Substanz. (…)

In dem Interview geht es u. a. um die Meinungsfreiheit und speziell die Meinungsfreiheit der Wissenschaft. Auch Zusammenhänge zwischen Ideologen und sogar der Homöopathie kommen zur Sprache. Hier ist ein interessantes Gespräch zu lesen.

Videoserie: Das Gender-Paradoxon Live mit U. Kutschera

Eine youtube-Serie von U. Kutschera wurde bei Faktum in einem Artikel zusammengeführt.

Der Evolutionsbiologe spricht in einem Vortrag über die Gendertheorie und ihren Widersprüchen zur Biologie. Sein grundlegendes Buch zum Thema “Das Gender-Paradoxon” wurde bei uns bereits rezensiert.

In einer Vortragsreihe, die als Serie bei youtube zu sehen ist, spricht er über biologische und auch gesellschaftliche Grundlagen. Diese Grundlagen entlarven Gendertheorien als reine Ideologie ohne wissenschaftlichen Hintergrund. (…)

Zu sehen sind die Videos:

  1. Sexualität und Geschlechtlichkeit
  2. Affenmann und Menschenfrau
  3. Kritische Fragen und Antworten

 




Dr. Wulf Krause: Freud, Gender und die Massenpsychologie der Gleichheit

Freud, Gender und die Massenpsychologie der Gleichheit

von Dr. habil. Wulf Krause

Buchbesprechung:
Hans Sachs: Freud und der Genderplan, agenda Verlag: Münster 2017

Eine Buchbesprechung auf sieben Seiten,
Die Seitennavigation befindet sich unten auf der Seite.

Hans Sachs ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Psychotherapeut. Er wird wissen, wovon gesprochen wird, wenn über Sexualität und Gender gesprochen wird.

Worum geht es bei Gender?

Es geht darum, sagt er „unsere Idee von Familie nachhaltig zu verändern.“ „Das Gender-Mainstreaming als Umerziehungsprogramm von Ehe und Familie zielt auf die innere, oft unbewussten Werte des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft in einer Form, die als tiefster kulturrevolutionärer Eingriff der Menschheitsgeschichte beschrieben werden kann.“ (S. 12)

Was geschieht hier?

Er stellt fest: „Man muss den Menschen bestimmte Ziele vorgeben, nach denen sie streben sollen. Eine nicht geführte Masse ist unfähig, ihre eigenen Bedürfnisse durchzusetzen und zu leben. Sie braucht Leitbilder und Führungspersönlichkeiten, die diese Bedürfnisse formulieren.“ (S. 9)

Wie geschieht das?

Durch „Propaganda“: „Das geschieht indem ohne Angabe von Beweisen und ohne zu begründen, behauptet wird, eine bestimmte Lebensart etwa hätte eine vorhersehbare Wirkung.“, (S. 9)

Gender-Mainstreaming sei eine solche Propaganda.

Welche Wirkung soll sich einstellen, wenn die Masse ihr Leben nach Maßgabe solcher Propaganda einrichtet? Wie lautet das propagandistische Versprechen des Gender-Mainstreaming?

Schaffen wir eine Gesellschaft, „in der das Lustprinzip anstelle des Realitätsprinzips Staatsraison sein soll.“ (S. 22) Sexuelle Befreiung ermögliche ein freies Leben aller in einer befreiten Gesellschaft, in der alle gleich sind.

Was ist dazu nötig?

Eine „Frühsexualisierung der Vorschul- und der Schulkinder“ und die Zerstörung der herkömmlichen Familie! Denn, so glaubt er, sei der revolutionäre Kern des Gender-Mainstreaming, sei die Auffassung: „Familie sei der Ursprung des totalitären Charakters” und dieser habe den II. Weltkrieg und den Holocaust ermöglicht. Dies, und das ist seine Kernthese behauptet Hans Sachs, sei der Kern des Freudomarxismus der Frankfurter Schule, in der die durch Freud inspirierte Sexualtheorie Wilhelm Reichs mit einer marxistischen Gesellschafts- und Revolutionstheorie verbunden, „zum Umsturz der bestehenden Gesellschaft führen soll.“ (S. 20) Wie die ganze Bewegung des Genderweltbildes mit der Gesetzmäßigkeit eines Massenverhaltens durchgesetzt wird, das schon Le Bon beschrieben hat.“ (S. 16) Und nach ihm von Le Bons „Massenpsychologie“ ausgehend, als Theorie und Praxis der „Public Relations“ von Edward Bernay weiterentwickelt worden war.

Dem will er entschieden entgegen treten.

Dieser Umsturz solle, „sehr kurz gesagt“, über eine völlig neue Sexualität erreicht werden. „Sexualerziehung, früh im kindlichen Leben angewendet, wirke emanzipatorisch und politisch bildend. Lebe deine Triebe aus und trage so zur Bildung einer herrschaftsfreien Gesellschaft bei; das ist eine von Reichs Thesen, die in die Thesen der Frankfurter Schule einging.“ (S. 20)

Und damit schließe sich ein Kreis: „Die Genderideologie beruft sich“, so Hans Sachs, „auf den Freudomarxismus der Frankfurter Schule“ ebenda. Und die „hohe Blüte der Gesellschaftstheorie der Frankfurter Schule seien die Endsechziger Jahre“, also die Jahre der antiautoritären Studentenbewegung. Wunderbar! Da haben wir sie wieder – verhaftet sie, die üblichen Verdächtigen: die „Achtundsechziger“! Wenn es doch so einfach wäre! Horkheimer und Adorno als „Führungspersönlichkeiten“ (Sachs) der Frankfurter Schule standen der Studentenbewegung eher skeptisch gegenüber, Adorno zumal wurde von den Studenten in Frankfurt kritisiert, ja attackiert und gedemütigt, was wohl mit zu seinem frühen Tode im August 1969 führte, wie Detlef Claussen in seiner Adorno-Biographie zeigt. Sie waren bekanntlich alle Juden, die vor den Nazis nach Amerika geflüchtet und noch nicht lange zurückgekehrt waren und wieder in Deutschland lebten.

Allerdings Herbert Marcuse, in Berkeley geblieben, bezog sich auf Wilhelm Reich und beeinflusste die Studentenbewegung nachhaltig mit seiner Forderung, „befreit das Lustprinzip vom Realitätsprinzip“, eine Parole, die als Aufforderung zur „Sexuellen Revolution“ verstanden wurde, so ein Buchtitel von Wilhelm Reich aus dem Jahr 1937. Seitdem ist das Wort zum Begriff für jede Art von sexueller Emanzipation und Veränderung geworden oder was immer dafür herhalten soll, aber ohne Bezug auf Reich.

So glaubt Hans Sachs den entscheidenden Schlag gegen die Gendertheorie zu führen, indem er zeigt, wie die Freudsche Theorie der Sexualität, auf die sich auch Reich in den Dreißigern und Herbert Marcuse Ende Sechzig bezogen hatten, längst widerlegt und ad absurdum geführt worden sei, nämlich durch die „Bindungstheorie“ des britischen Psychiaters John Bowlby. Die Theorie der Sexualität von Freud, das ist ihm ernst, sei unwiederholbar, sie sei endgültig zerstört. In dieser Klarheit hört man das selten.

Dieser Schlag aber geht ins Leere!

Die Behauptung von Sachs, die Gendertheorie berufe sich auf den „Freudomarxismus“ der Frankfurter Schule ist völlig unzutreffend. Eine solche Theorie existiert nicht.

Zwar hat es bis in die siebziger Jahre immer wieder Versuche gegeben, beide Theorien, Marxismus und Psychoanalyse, was auch immer damit gemeint sein mag, miteinander zu vereinigen, aber das ist schließlich aufgegeben worden, weil das nicht gelingen kann.

Die Gendertheorie entsteht erst durch die amerikanische Sprachwis­senschaftlerin und Philosophin Judith Butler, die den Begriff Gender in ihrem Buch „Gender Trouble“ verwendete, das im März 1990 erschienen war, also rund zwanzig Jahre nach Marcuses Verkündung der sexuellen Revolution.

Der Begriff wird von Butler eingeführt, um eine klare und eindeutige Begrifflichkeit schaffen, gleichgeschlechtliche, wechselgeschlechtliche, geschlechtsüberschreitende und geschlechtsverändernde Orientierungen sowie alle anderen, seltsamen (engl. queer) Arten sexueller Orientierungen und Praktiken von jener gegengeschlechtlichen, in der Regel auch mit Fortpflanzung einhergehender Sexualität zu unterscheiden und abzugrenzen: damit sie erst gar nicht verwechselt

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werden können. In diesem Sinne ist es richtig, wenn Hans Sachs feststellt:

„Der rote Faden der Gender-Ideologie ist die Trennung von Sex und Fortpflanzung.“ (S. 18)

‚Gender‘ im Englischen heißt zunächst nur Geschlecht. Aber: Unter dem Wort ‚gender‘, das sei hier angemerkt, versteht die englische Sprache lediglich das grammatische Geschlecht, also ob ein Wort feminin, maskulin oder sächlich ist und bezüglich des Menschen, ob er männlich, weiblich oder sächlich ist.

So findet sich das im Wildhagen-Héraucourt, Englisch-Deutsches Deutsch-Englisches Wörterbuch. Der Oxford Dictionary verzeichnet unter dem Stichwort „gender“ über viele Seiten vielfältigste Bedeutungen und ihre sprachliche, pragmatische Verwendung: Gender im Sinne von Genus etc. Das Wort „Sex“ wird von Wildhagen-Héraucourt gar nicht aufgeführt, es ist eine in der vulgären Sprache vorkommende Verkürzung des Wortes „sexuality“, ‚Geschlechtlichkeit‘ adverbial: ‚in geschlechtlicher Hinsicht‘. „Sexy“ aber heißt ‚geschlechtlich interessiert‘, ‚geschlechtlich aufgeregt‘, ‚scharf‘, ‚geil‘, ‚to feel sexy all over‘, heißt so viel wie ‚scharf‘, ‚scharf wie ein Rasiermesser‘ so Wildhagen-Héraucourt. Damit hat ‚gender‘ offenkundig nichts zu tun.

Gender in der Version der Sprachwissenschaftlerin Judith Butlers meint dagegen soziale, kulturelle oder irgendwie anders performativ definiertes Geschlechter, sozial konstruierte und veränderbare Geschlechtsrollen, die ausdrücklich frei von kausalen biologischen Anbindungen und Rückbindungen an Sex, also Geschlecht und Fortpflanzung sind.

Sie verwendet den grammatischen Begriff ontisch, identifiziert realistisch Wort und Wirklichkeit des Seienden.

Der Gewinn: Alle Paraphilien können Gender sein.

Und die Unterscheidung “normal und abweichend“ fällt.

Die entscheidende Unterscheidung ist hier tatsächlich die von „Sex und Gender“.

Nichts ist verboten. Alles ist erlaubt, nur keine Kinder. Wir müssen weniger werden!

So bezieht sich die Gendertheorie auch nicht auf den „Freudomarxismus“ sondern auf den französischen Strukturalismus und Poststukturalismus Michel Foucaults, beziehungsweise auf den Dekonstruktivismus Jaques Derridas. Der erste, Foucault, bezog sich auf den Anthropologen, Ethnologen und Strukturalisten Levy-Strauss und auf Nietzsches Metaphysik des Willens zur Macht, der zweite, Derrida, kam von der Sprachtheorie, von Saussure und Jakobson und ihrer linguistischen Zeichentheorie, sowie philosophisch von Husserl und Heidegger.

Aber gleichwohl hat Sachs nicht ganz unrecht. Die neue unter dem Namen „Feminismus“ entstehende Bewegung in jener Zeit gegen Ende der sechziger Jahre bezog sich damals vor allem auf Friedrich Engels und auch auf Karl Marx. Die beiden standen, auch vermittelt durch die Frankfurter Schule, mit ihren Theorien eben damals im Zentrum des gesellschaftlichen intellektuellen „Diskurses“ und bestimmten die intellektuelle „öffentliche Meinung“, sie waren „Zeitgeist“. Über die beiden sprach man, über die wusste man Bescheid auf die bezog man sich als Referenztheorie und fühlte sich zugehörig. Etwa Kate Millett mit ihrem Werk „Sexual Politics“ von 1969 in welchem sie behauptete, dass alle gesellschaftlichen Verhältnisse, auch noch die freiheitlichsten, zärtlichsten und liebevollsten, männlich dominiert und repressiv seien und wendet ihre Wut gegen den mutmaßlich offenbar allgegenwärtigen männlichen Sexismus.

Oder Shulamith Firestone, die in ihrem Werk, „Dialectic of Sex“ von 1970, Friedrich Engels kritisiert, weil er den „Klassenwiderspruch von Proletariat und Bourgeoisie“ nur ökonomisch begründete, aber nicht grundgelegt habe im biologischen Grundver­hältnis der genitalen „geschlecht­lichen Arbeitsteilung“ von Mann und Frau und, wie Firestone es tut, den Koitus als ein Gewaltverhältnis, genitale Penetration als eine Art Körperverletzung, als Vergewaltigung der Frau durch den Mann erkenne und dass die wirkliche Befreiung der Frau ihre Befreiung vom gegengeschlechtlichen Geschlechtsverkehr und endgültig vor allem vom „Gebärzwang“ und der Last der Kinderaufzucht sei. So argumentierte Firestone damals.

Das sind bizarre Positionen, die sich jeder wissenschaftlichen Prüfung entziehen, die aber offenbar traumatisch von einer tief sitzenden, vielleicht frühkindlichen erfahrenen Angst vor Gegenge­schlecht­lichkeit geprägt sind, einer Angst vor Männern und Männlichsein, die sie in ihrem Leben zwanghaft wiederholen und auf alles Männliche übertragen.

Das ist offenbar ein Selbstbild Geschlecht der Feministinnen, welches äußerste Schwierigkeiten damit hat, den Geschlechtsdimorphismus, die Zwei- und Gegengeschlechtlichkeit, zu verstehen und zu akzeptieren.

Dagegen wird Gleichgeschlechtlichkeit gesetzt!

Das „Selbstbild Geschlecht des Feminismus“ ist gleichgeschlechtlich, wie George Devereux in seinem Werk „Angst und Methode“ 1973 bereits analysiert hatte; siehe dort den Artikel „Das Selbstbild Geschlecht des Feminismus“.

Gleichwohl wird dann Gleichgeschlechtlichkeit, auf das Ganze der Gesellschaft übertragen, wird die allgemeine Geschlechtsauffassung des Feminismus. Seither, wir kennen es, gilt in feministischen Kreisen der Mann als Vergewaltiger, jedenfalls als Gewalttäter und das „Geschlechterverhältnis gilt ihnen als Gewaltverhältnis“. Frauen seien immer Opfer, Klassenkampf sei Geschlechterkampf der Frauen gegen die Männer, gegen deren Privilegien, was immer Feministinnen darunter verstehen. Ehe und Familie würden die Macht des Kapitals aufrecht erhalten; durch die Zerstörung von Ehe und Familie aber würden die männlichen Herrschaftsstrukturen zerschlagen und die „genitalen Unterschiede zwischen den Geschlechtern bedeutungslos“.

  • Gleichstellung von Männern und Frauen,
  • Gleichstellung der Geschlechter sei nötig,
  • Gleichgeschlechtlichkeit ist politisches Ziel.

Das ist bekanntlich bis heute feministisches Glaubensbekenntnis, und das wird heute zu Politik und allgemeiner Gesetzgebung, für alle gleich geltend.

Die Rede von Gender setzt das Gleichgeschlechtliche, das „Homo“ als das “Normale” und das “Hetero” als “Unterschiedenes”, gr. hetero, aber das Heterosexuelle wird dabei auch als das Anormale verstanden. Dies zeigt sich auch in zentralen genderistisch-feministischen Begriffen wie “Zwangsheterosexualität” (Butler) und “Heteronormopathie”(Sigusch). Das ist eine Auffassung von Geschlecht, welche die Dimension Fortpflanzung als von der “eigentlichen, einen und wahren Homosexualität abweichend” anzeigen möchte. Und es sieht ganz so aus, als wollten sie die Menschheit mit einer “neuen” Auffassung und Wirklichkeit von Sexualität”, der Homosexualität als der “Normalform” beglücken und uns alle in einen, von der Möglichkeit der Fortpflanzung “befreiten” (Butler) oder “geheilten” (Sigusch) neuen “Reichtum” polymorpher, gr. poly, viel, förmiger, gr. morphe, einen neuen Reichtum “vielförmiger, fortpflanzungsfreier, diversifizierter und infertiler Sexualitäten” geleiten, und schließlich in die ewige sexuelle Glückseligkeit sexueller “Diversity” führen.

Das hat offenbar die Gestalt eines Heilsgeschehens, das ist eine utopische Vor-Stellung, etwas, was wovon man vorab jeder Beobachtung, jeder Überprüfung und Erfahrung schon ein Bild, a priori, hat und haben muss, und das aus diesem „Weltbild“ heraus in die Wirklichkeit gebracht und die Welt nach diesem Bild mo­del­liert werden soll: durch “revolutionäre Praxis” oder durch “soziale Konstruktion”, oder „performative Praktiken“, oder auch durch Skinners “operative conditioning.“

Das Ergebnis ist “Geschlechtliche Gleichstellung”, allet eens! Allet eene Soße! Wie wir Berliner manchmal sagen. Oder es ist „kulturrevolutionäre Umerziehung“, wie Hans Sachs das nennt.

Da geht es nicht mehr um Wissenschaft, schon gar nicht um Wahrheit, Wissenschaftliche Widerlegungen sind hier müßig und wirkungslos. Da geht es eher zu, wie in dem Song von Benny Benassy aus dem Jahre 2002, den Hans Sachs treffend zitiert:

„No matter, what they tell us,

No matter what they do,

No matter, what they teach us,

What we believe is true.

Und dieses Programm wird mittels weltweiter Propaganda verbreitet. Mit viel Geld und mit massiver Unterstützun des großen supranationalen Kapitals und seiner großen Stiftungen und durch selbsternannte souveräne globale Eliten wie sie sich um die Rockefeller-Stiftung, den Club of Rome, die verschiedenen Soros-Stiftungen, Oetker-Stiftung, die Bilderberger und was es sonst noch gibt, professionell vorangetrie­ben.

Und hier gibt Hans Sachs einen außerordentlich wichtigen Hinweis, dem wir, kurz recherchierend, nachgehen müssen, weil er ein neues Licht wirft, auf weltweite Kampagne für das „Gender-Mainstreaming“ aber nicht nur darauf. Diese gesamte Strategie verdankt sich Edward Bernay (1891 – 1995), eines Neffen Sigmund Freuds.

Der hatte die modernen Werbestrategien erfunden, das Konzept der Produktplazierung, das große Arsenal der psychologischen Tricks zur Manipulation und klammheimlichen Überrumpelns der Menschen, ihres Hinstubsens, des ‘nudging‘, in die „richtige Richtung“ oder die ‚Öffentliche Meinung‘ zu beeinflussen und den „Zeitgeist“, den „öffentlichen Diskurs“ zu machen. Kurz, er hatte in seinem langen Leben das ganze Arsenal der „Geheimen Verführer“ entwickelt, das die Menschen dazu bringen soll, bei der Produktwahl oder auch der Politischen Wahl nicht ihrem Verstand, sondern ihrem Gefühl zu folgen, und zwar ohne das sie dessen gewahr werden. Ihm ist die Strategie zu verdanken, politische Ziele zu vermarkten wie auch gewöhnliche Produkte vermarktet werden: Politik wie Seife zu verkaufen oder wie einen neuen Stil in der Herrenmode – das trägt man jetzt. Und das geht weit in die Politik hinein, bis hin zur Destabilisierung missliebiger Regie­run­gen, etwa bei dem Sturz des Präsidenten von Guatemala Jakobo Árbenz Guzman in dessen Konflikt mit United Fruit, der Gesellschaft er 1954bessere Arbeitsbedingungen für die guatemaltekischen Arbeiter dort abhandeln wollte, wie Hermann Ploppa, ein Kenner und Biograf von Edward Bernay schildert.

„Propaganda“, sagt Bernay bereits 1928 in seinem Hauptwerk mit demselben Titel, „Propaganda“ ist „der exekutive Arm der unsichtbaren Regierung“ mit dem sie ihre Ziele in und mit den Massen unter ihrer Beteiligung und Zustimmung durchsetzen. „Sie ziehen die Fäden, die das öffentliche Bewusstseins steuern und die althergebrachten gesellschaftlichen Kräfte für sich dienstbar machen.“

So beschreibt das Publik-Relations-Manager Edward Bernays. Und von dem verstorbenen David Rockefeller erzählt man die Auffassung, die er auf einer Konferenz der „Trilateralen Kommission“ einer ebensolchen supranationalen Gruppe, die einst von David Rockefeller und Zbigniew Brzezinski gegründet worden war:

„Die supranationale Souveränität von einer intellektuellen Elite und von Weltbankern ist sicherlich der nationalen Selbstbestimmung, die in den vergangenen Jahrhunderten praktiziert wurde, vorzuziehen.“

Das ist wohl heute tatsächlich der Fall. Heute geschieht das vermittels jener, von finanziell hochpotenten Kreisen finanzierten und geförderten „Thinktanks“, wie etwa das von der Rockefeller-Stiftung, aber auch anderen betriebene „Council for Foreign Affairs“ (CFR), die klare Vorstellungen davon haben, wie die Welt nach ihren Wünschen und ihrem Willen modelliert werden soll. Vor allem geschieht das mit Hilfe von gut gesponserten NGOs und von ihnen stimulierten Bürgerbe­weg­­ungen. AVAAZ heißt heute ein EDV- und Internetgestütztes weltweites Kampagnen-Netzwerk, das, von Rockefeller bis Soros gesponsert, mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen beeinflusst mit dessen Hilfe alle jene Gutmenschen-Stiftungen ihre supranationalen Kampagnen führen und ihre eignen Interessen dabei verwirklichen und die Freiheit im Interesse der Gleichheit zerstören. Heute heißt das nicht mehr Propaganda, sondern ‚public relations‘ und „Kommunikationstechnologie“ „Wir bemühen uns ständig darum, Aspekte des Modells des Technologie befeuerten Sich-Organisierens zu erneuern, identifizieren neue Strategien, um unsere Zielgruppen zum Engagement zu bringen mit dem Schwerpunkt auf technologischen Hilfsmitteln.“

Ben Brandzel, der Gründer von AVVAZ fasst die gemeinsamen Strategien von Avaaz, MoveOn.org und GetUp! im „Ecampaigning Forum“ stichwortartig folgendermaßen zusammen:

  • Dringlich und schnell, manchmal aus sich heraus klar, aber auch durch „Wir halten es nicht mehr aus”, eine anstehende Parlamentsabstimmung, kann ein Gefühl sein, immer über den Eindruck von Dringlichkeit nachdenken.
  • „Bauchgefühl“ – klare „Bauchgefühl“-Bilder, z. B. Hans Blix, wie er im Irak umhergeht, David Hicks in Guantanamo, Mönche die geschlagen werden.
  • Klare Wirkung. Wie verbindet man Leidenschaft, Bauchgefühl und Dringlichkeit mit dem wichtigsten letzten Schritt: Wie wird das eine Entscheidung, auch aus dem Bauch heraus, beeinflussen.
  • Hohe Energie/hohes Informationsniveau. Verhältnis von Energie/Leidenschaft und der Information, die eure Unterstützer darüber haben. Die besten Kampagnen kombinieren hohe Energie mit hohem Informationsniveau,– oft von den Medien – es ist in den Nachrichten, sie wissen davon. Man braucht zumindest ein Element. Wenn man keine Informationen hat, muss man eurer Klientel signalisieren, „der Augenblick ist jetzt da“. „Große Leidenschaft“ bedeutet „hohe schon vorhandene Leidenschaft – sich schon Gedanken darüber gemacht zu haben.
  • Alles Teil einer nachhaltigen Kampagne. Eine Vielzahl von Emails, eine Vielzahl von Versuchen, sorgfältiges Timing.“

Gender-Mainstreaming ist genau eine solche Kampagne:“kulturrevolutionäres Umerziehungsprogramm“ (Hans Sachs) „Judith Butler ist der Darling großer Stiftungen wie Guggenheim und Rockefeller, deren Fellowships sie angehört. 2004 erhielt sie den Brudner Prize der Yale University für besondere Verdienste für ‚lesbian and gay studies‘, 2008 wurde sie mit dem Andrew W. Mellon Award ausgezeichnet, dotiert mit 1,5 Millionen Dollar, welcher den Empfängern ermöglichen soll, unter besonders günstigen Bedingungen zu lehren und zu forschen‘.

Seit 2012 ist sie Gastprofessorin an der Columbia University, welche den exilierten Professoren Adorno und Horkheimer mit ihrem Institut für Sozialforschung in den dreißiger Jahren Asyl gewährte. Die Schlussfolgerung ist unvermeidlich: “Die Macht- und Geldeliten wollen die ‚Subversion der Identität‘.“ Bemerkt Gabriele Kuby in der Tagespost vom 11.09.2011.
(http//www.gabriele-kuby.dewortmeldungen/judith-butler-die-ideenliferantin/)

Judith Butler ist eine der Galionsfiguren solcher Kampagnen, sie gehört auch zu der Führungsspitze, von IGLHR, International Gay and Lesbian Human Rights Commission. Diese Organisation ist bei der UN als NGO akkreditiert, die, wie andere NGOs auch, der fachlichen Beratung der aus aller Welt zusammen kommen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dienen sollen. Die IGLHR gehörte zur Gruppe der NGOs, die mit Unterstützung des World Trade Organisation bei der Vorbereitung der 4.Internationalen Frauenkonferenz 1995 in Peking eine wichtige Rolle spielte. Auch Sulamith Firestone gehörte dazu bis zu ihrem Tode 1992.

Die gesamte Kampagne zum Gender- Mainstreaming ist daher wohl auch nicht allein der klugen Einsicht einiger intellektueller Feministinnen entsprungen, sondern scheint eingebettet zu sein in eine offenbar globale Strategie zur “Neumodellierung” der Welt nach den Vorstellungen der neuen supranationalen „unsichtbaren Regierung“ (Bernay), der neuen souveränen “Herren der Welt”. Gender-Mainstreaming wird bleiben! Solange der supranationale intellektuelle und finanzielle Support nicht ausbleibt und Frauen glauben, dass der Genderismus-Feminismus ihre Emanzipation fördert, wird sich da auch nichts ändern.

Aufklärung bewirkt da nichts, zumal Aufklärung nur Selbstaufklärung sein kann, nämlich den Mut zu haben, sich seines Verstandes ohne fremde Hilfe zu bedienen. Das war vom französisch-revolutionä­ren Kant gegen das Heer der Pfaffen seiner Zeit gerichtet, heute muss man das gegen das moderne Pfaffentum, die neuen säkularen Priester des Gutmenschentums, die gewissenlosen Selbstge­wissen richten. Und deswegen redet der Rezensent nicht so gern von Genderideologie, sondern von der Gender-Doxa.

Aber es ist schon dennoch wichtig, dass Hans Sachs einen Beitrag zur Kritik der Gender – Doxa auch wissenschaftskritisch beisteuert. Die „Genderideologie“, Ende der achtziger und in den neunziger Jahren, meint Hans Sachs, wiederbelebe mit dem Rückgriff auf den “Frankfurter Freudomarxismus“ die Freudsche Vorstellung von „Pansexualität“.

Das ist die Vorstellung einer polymorph perversen frühkindlichen Sexualität, um eine einheitliche Auffassung von sich ineinander verwandelnder und umwandelnder „Sexualitäten“ in eine Vielfalt sexueller Orientierungen zu begründen und gesellschaftlich zu etablieren. Und der endgültige Stoß gegen diese Auffassung, meint Hans Sachs, sei im Kern der letzte Schlag gegen die „Genderide­ologie“. Das klingt erst einmal plausibel

Wie führt er diesen Schlag?

Hans Sachs referiert zunächst Freuds Sexualtheorie: Der Sexualtrieb des Kindes ist für Freud eine „primäre“ Eigenschaft, sie sei von Anfang an bei den Menschen da, sie sei ein Drang, der müsse befriedigt werden. Er befriedige sich aber zunächst in den „erogenen Zonen“ und zunächst nicht in der genitalen Fortpflanzung. So entwickelt Freud diese Überlegung in den „drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ von 1905. Die Haut sei Lustorgan und der Sexualtrieb, existiere substanziell von Anfang an im Kleinkind und wandele sich durch die verschiedenen Formen frühkindlicher Sexualität, von oraler, analer über ödipale Sexualität um sich schließlich in genitaler Sexualität sich zu vollenden.

Diese Auffassung, und das versteht Hans Sachs nicht recht, folgt einer Ontologie, welche die vorliegenden Dinge der Welt in der Gestalt eines ‚Dings und seiner Eigenschaften‘ denkt, als Materie und Form. (Aristoteles) Diese Ontologie heißt Substanzontologie. So haben die Dinge als solche Masse, Ausdehnung und Dauer, Eigenschaften, die ihnen „primär“ zukommen.

Oder, einige Organismenarten haben Sexualität, eine Eigenschaft, die ihnen eigen ist und ihnen unmittelbar, primär“, z.B. als Sexualtrieb zukommen. So denkt Freud Sexualität. Oder, Organismen haben Eigenschaften, die für das Funktionieren den ganzen Organismus vollständig nötig sind, die aber beschädigt werden können, dann werden die Organismen krank, die eine kranke „primäre“ Eigenschaft verursacht die Krankheit des ganzen Organismus. Das wird als Ursache und Wirkung, als Grund und Folge, als Kausalität gedacht.

Bowlby aber hatte bereits Ende der fünfziger Jahre tatsächlich eine Theorie der frühkindlichen psychischen Entwicklung entworfen, die radikal mit der Freudschen Theorie der frühkindlichen Sexualität gebrochen hatte. Der Titel ihrer, meines Wissens, ersten Darstellung, lautet: „The Nature of the Childs Tie to his Mother“ und erschien im International Journal of Psycho Analysis, 1958, pp 350 – 373.

Bowlby verlässt die Triebtheorie Freuds und betritt einen völlig neuen Kontinent, den der Ethologie oder Verhaltens­theorie. In der geht es nicht mehr, wie bei Freud, um „primäre“, also den Dingen als solche unmit­telbar zugehörigen Eigenschaften wie noch Freud den „Sexualtrieb“ verstand. Sondern es geht um Verhalten, Verhältnisse und Relationen, bei Bowlby insbesondere um das Mutter-Kind-Verhältnis. Das wird als wechselseitige Bindung vermittelt durch instinktive Impulse und ihre Erwiderung beschrieben. „They serve the function of binding the child to mother and contribute to the reciprocal dynamic of binding (W.K.) the Mother to child. Those which I believe we can identify at present are sucking, clinging and following.” (S. 351) Keine Sexualität, nirgends.

Diese Auffassung, und das versteht Hans Sachs ebenso wenig, folgt einer völlig anderen Ontologie, nämlich einer, die „Systemontologie“ genannt wird. Beide Begriffe, Substanzontologe und Systemontologie, sind von dem Würzburger Philosophen Heinrich Rombach eingeführt worden. In der Systemontologie geht es um die „Einheit des In-sich-Unterschiedenen“. Sie umfasst Relationen, die zwischen wenigstens zwei Relata wirken und sie, zum Beispiel in Gravi­ta­tion, zusammenbinden. Es entsteht hier eine Einheit, in der die Dinge in einer Art „Innigkeit“ in Eins, ‚monadisch‘ zusammengeschlossen und eine „reciprocal dynamic of binding“ (Bowlby) entfalten und nur darin ihre Wirklichkeit, ihre Wirkung finden und entfalten.

Dinge haben Schwere, sie haben Schwere nicht „primär“ an sich, sie sind nur gegeneinander Schwer. Organismen haben Sexualität nicht an sich selber, sondern nur gegeneinander, konkret im Vollzug der Paarung. Alle physikalischen Wechselwirkungen, alle chemischen Bindungen können in einer solchen Ontologie gedacht und dann verstanden werden, aber auch die Innigkeit eines Koitus, die Innigkeit einer Mutter-Kind-Bindung, die Innigkeit einer starken Paarbeziehung, egal ob in gegengeschlechtlicher oder gleichgeschlechtlicher Bindung oder auch die Innigkeit gelingender Kommunikation, also das Soziale, kann so gedacht und verstanden werden. Und diese Innigkeit existiert und besteht nur konkret in ihrem Vollzug der sich vereinigenden Dinge, in einer „Einheit mit Unterschied in der Einheit“ (Hegel). Das ist gleichsam die hegelsche Formulierung dessen, was Leibniz Monade nennt.

Ontologie ist die philosophische Lehre vom Sein, genauer vom Sein des Seienden. Das Sein des Seienden als solchem im Ganzen. Das Seiende als solches im Ganzen ist alles Vorliegende, das ist alles Einzelne, „alles was der Fall“ ist, wie der Philosoph Ludwig Wittgenstein anschaulich sagt. Aber das „alles Seiende“ ist der menschlichen Wahrnehmung niemals als Ganzes zugänglich. Das kann Mensch sich irgendwie nur in einer Gestalt, einem Bild vorstellen, oder sich davon einen Begriff machen, wie das „alles Seiende im Ganzen“ gedacht und dann begriffen wird und verstanden werden kann, welchen Sinn es hat. Und das Sein muss etwa als ego cogitans in seiner Wirklichkeit als res cogitans, Sein als etwas denken, als etwas, was allen Seienden gemeinsam ist, z.B.: Ihre primären Eigenschaften, ihres Ausgedehnt-seins, ihres Masse-seins, ihres Ausdehnt-seins und ihrer Dauer: Sein als res extensa – zum Beispiel.

Aber auch dieses kommt rein als vorliegendes Seiendes nicht vor; es existiert kein Ding, das nur Masse hat, nur Ausdehnung, nur Dauer. Solche Dinge heißen dann Abstrakta, „abgezogen, abgezogen von allen anderen, zufälligen Eigenschaften, die sie sonst noch haben mögen. (Substanz und Akzidenzien) Ontologische Forschung ist philosophische Grundlagenforschung im Denken.

Hans Sachs ahnt diesen Unterschied der verschiedenen Ontologien irgendwie, aber seine philosophische Reflexionen des Entstehens der Systemontologie als physikalische Auflösung der Materie (Substanz mit Eigenschaften) in Energie, und Energie in Geist, sind einfach Unsinn (S. 28 f.). Das muss er als Arzt philosophisch auch nicht verstehen. Es reicht, den Unterschied im Erkenntnisweg zu erkennen und das gelingt schon den Meisten nicht: Die substanzontologische Deutung der Sexualität bei Freud, meint er, „… ist vielmehr Freuds naturwissenschaftlicher Ausbildung und Prägung im Labor seines Lehrers Brücke, einem Helmholzschüler, geschuldet. Seelisches kann aber nicht kausalpathogene­tisch verstanden werden, sondern nur mit der Methodik bzw. der Kategorie der Hermeneutik.“ (S. 15) Das aber ist ein systemontologischer Begriff.

Und dies, hermeneutisch, besser daseinshermeneutisch, sei genau die Theorie der Mutter-Kind-Bindung, die eine Reihe von psychischen Phänomenen erkennbar und verstehbar mache, die bislang „kausalpathogenetisch“ als Krankheit missverstanden und kausal als Wirkung einer Ursache verstanden und erklärt worden waren, so wie Hysterie und auch Homosexualität. Das ist richtig.

Und das ist Hans Sachs entscheidend wichtig: Entweder gelingt diese „frühkindliche Bindung in den ersten Lebenswochen und in den ersten vorsprachlichen Lebensjahren, jeweils an die Mutter oder die gleichwertige Pflegeperson“ (S. 16) oder sie misslingt. Und seine große Sorge gilt der außerordentlichen Gefährdung der Mutter-Kind-Bindung durch Gender-Mainstreaming und damit die Gefährdung der frühkindlichen Entwicklung überhaupt.

Für den Fall, dass sie misslingt, sagt Hans Sachs, kommt es zu frühkindlichen Verlustangst-Traumatisierungen oder zu traumatisierten Erfahrungen von Misshandlungen, Demütigungen und seelischen Verletzungen. „Lass das! Du kannst nichts! Du taugst nichts! „Aus Dir wird nie was!“ wird einem Kind beständig gesagt, und das Kind hört es, ängstigt sich, verdrängt und sagt es zu sich selber sein Leben lang, weiß nicht und wundert sich, woher es wohl kommt. Solche frühkindlichen Erlebnisse führen zu Traumatisierungen. Es kommt zu Verdrängungen, Übertragungen und zu Wiederholungszwängen des Verdrängten. Wenn also die frühkindliche Mutterbindung gestört wird und nicht zustande kommt, kommt es zu „Vernachlässigung und Demütigung, die in den ersten Jahren zwar erlebt, aber sprachlich nicht benannt werden können, sind sie gleichwohl emotional als Wut, Angst, Aggression und Hass im Unterbewussten gespeichert und hier demagogisch abrufbar“, (S. 16) „Das Frühkindlich-Erlebte wird im späteren Leben der Betroffenen reinszeniert, womit das Erlebte mitgeteilt wird: Seht, das hat man (z.B. meine Eltern) mit mir gemacht, meine Identität zerstört, wenn ich das (unbewusst) mit Euch mache, versteht ihr dann, was mir widerfahren ist? (S. 153) Die Kinder, auch noch als Erwachsene stehen unter Wiederholungszwang: „Das heißt, geschlagene Kinder werden wieder schlagen, gedemütigte Kinder wieder demütigen, bedrohte Kinder weiter bedrohen und in der Seele getötete Kinder weiter töten oder sich leicht dazu verführen lassen.“ (S. 165). Und genau dies sei das, was von Freuds Theorie übrig bliebe. Das aber sei der Schatz, den es in Freuds Theorie zu bergen gebe: es käme in prekärer Mutter-Kind-Bindung zu Misshandlungen, zu Vernachlässigungen und Demütigungen zu Traumatisie­rung, zu Verdrängung, zu Übertragung und zu Wiederholungszwängen. Dies erkläre vieles, aber, so Sachs, allein in der Bindungstheorie, die das Konzept „Trieb“ verworfen hat.

Und nun kommt es zu einer seltsamen Begegnung des Rezensenten mit Hans Sachs, dem Autor dieses Buches. Darüber müssen ein paar Worte gesagt werden. Beim Lesen des Buches hat sich der Rezensent irgendwie, zwar nicht in seine Kindheit zurückversetzt gefühlt, aber doch in die Zeit Ende der Sechziger in Berlin, wo er, was wir die „antiautoritäre Revolte“ nannten, aktiv lebte.

Die Diskussion, die Hans Sachs hier in seinem Text führt, kannte ich bereits, denn wir hatten sie damals auch schon geführt. Es war nämlich so: Diesen „Wiederholungszwang verdrängten traumatisierten und übertragenen Verhaltens“ wollten wir durchbrechen, wenigstens außer Kraft setzen.

Wir, das sind die „Achtundsechziger“.

Es wurde in den Jahren seit Ende der sechziger Jahre systematisch über Erziehung, auch über sexuelle Erziehung kleiner Kinder nachgedacht: In der antiautoritären Erziehung und der Kinderladenbewegung. Das „Antiautoritäre“ – was für ein missverstandener Begriff das ist! Als würde die antiautoritäre Erziehung gegen die „Autoritäten“, die „Herrschenden“ aufwiegeln und zum allgemeinen Umsturz erziehen. Das mag der Eine oder die Andre wohl gehofft haben. Aber dieser Begriff hat eine ganz und gar andere Entstehung: Wir hatten die berühmte Studie über die „Autoritäre Persönlichkeit“, die vom Frankfurter Institut für Sozialforschung in den dreißiger Jahren mit amerikanischen Studenten in Amerika durchgeführt worden war gründlich gelesen. Darin wurde deutlich, dass unterdrückendes Verhalten aus Unterdrückung erwächst, untertäniges Verhalten ebenso und dass diese zwanghaften Wiederholungen und Übertragungen leicht für Verführungen durch Demagogen bereit sind. Dieses Verhalten war im Begriff der „Autoritären Persönlichkeit“ gefasst, die eben nicht „Totalitäre Persönlichkeit“ heißt­ – was für ein absurdes, ja kenntnisloses Missverständnis!

Das Phänomen und der Begriff der autoritären Persönlichkeit war Thema und ein Ergebnis der Studie: Der unterwürfige, eingeschüchterte, submissive, verführbare Charakter – der Untertan. Unsere Übertragung und Interpretation der Ergebnisse auf die vergangenen Verhältnisse im nationalsozialistischen Deutsch­land und nach dem Kriege war naheliegend. Diese Art Persönlichkeit mag eine „günstige“ Möglichkeit für NS-Demagogen und Propaganda abgegeben haben, die damals schon dem Konzept von Bernay folgte, mehr aber auch nicht. Schlimm genug, was da geschehen war. Dieses, genau dieses autoritäre, unterwürfige Verhalten durfte, sagten wir uns, durfte in Zukunft nicht mehr möglich sein. Vielmehr antiautoritär musste es sein. Gegen die „autoritäre Persönlichkeit“ setzten wir klar und distinkt die „antiautoritäre Persönlichkeit.“

Die sechziger Jahre, das war die Zeit, in der wir unsere Kinder bekamen. Wir, das sind die in den vierziger Jahren Geborenen. Das ist die letzte Alterskohorte der Kriegsgeneration. Zum Teil traumatisiert in den Bombennächten in den Großstädten, zum Teil traumatisiert durch die im Krieg verrohten Väter oder traumatisiert durch Verlust und Vaterlosigkeit, unfähig, zu trauern, jedenfalls in irgendwie zerrütteten Familien lebend, mit Müttern, die keine Männer mehr hatten, die arbeiten gingen, um die „Familie“ zu ernähren. Eine heile, gar heilige Familie gab es da nicht und nirgends – und bis heute nicht mehr! Wir alle besaßen daher ein sehr hohes Potential für jene psychologischen Wiederholungszwänge und Übertragungen verdrängten Leids, verdrängter Demütigungen und Missachtungen auch auf unsere Kinder. Das erkannten wir. Dem mussten wir entgegen treten. Wir mussten am besten selber zu antiautoritären Persönlichkeiten werden, (was sicherlich nur in seltenen Fällen unter uns Männern gelang), und wir mussten das antiautoritäre Potential unserer Kinder wecken und stärken. Das war uns allen klar! Insofern geht die heute übliche und auch von Hans Sachs gemeinte Schelte und Verurteilung der „Achtundsechziger“ satt ins Leere! Der Historiker Götz Aly hatte in einem umstrittenen Buch jedoch eine gewisse Spezifik des Verhaltens der „Achtundsechzi­ger“ auf genau solche psychischen Vorgänge und Wiederholungen bezogen und auf eine sehr viel größere Ähnlichkeit mit unseren Vätern geschlossen, als wir wahr haben wollten. Jedenfalls wollten wir etwas „ganz Anderes“:

Sicherheit des Daseins wollten wir unseren Kindern geben und ihnen auch die Möglichkeit eröffnen, solche Sicherheit aus ihrem eigenen Vermögen schließlich selbst für sich zu schaffen:

Die ganz einfache Sicherheit der körper­lichen und seelischen Unversehrtheit, damit fing es an, gewaltfrei wollten wir sie erziehen und in einem Gefühl der sicheren Geborgenheit und Selbstgeborgenheit.

In einer gewissen selbstregulierten, selbstorganisierten und selbstbestimmten, selbstbewussten, sich ihres eigenen Verstandes mutig und ohne fremde Hilfe bedienenden freien Daseinsweise, aber nicht sich selbst überlassen und vernachlässigt, (das gab es leider auch) sollten sie sich entwickeln und persönlich entfalten können. Und vor allem: Anders als ihre Eltern, frei von „Wiederholungszwängen“ und „Übertragungen“ frühkindlicher Traumata. Das ist nicht immer, aber in sehr vielen Fällen sehr gut gelungen.

Und wir waren offen, neugierig und experimentell. Selbstverständlich beobachteten wir, ob unsere Kinder stolz, mit Lust und Produzentenfreude mit ihren Exkrementen spielten und so ihre Freudsche frühkindliche anale Sexualität befriedigten. Nichts da! Das war nicht und nirgends zu beobachten. Wir bezweifelten zunächst unsere eigenen Beobachtungen, aber es gab zu viele davon, bei allen. So verwarfen wir die eigentümliche Sexualitätstheorie Freuds. Wir verwarfen sie vollständig. Frühkindliche Sexualität existierte fortan nicht mehr. Geschlecht begann nun mit Geschlechtsreife und die stellte sich von selbst ein, nicht vorher.

Auch machte dagegen damals die Neuigkeit die Runde, dass der amerikanische Psychiater John Money durch genitale Operation und Konditionierungstraining einen Jungen in ein Mädchen verwandelt hatte. Musste also doch was dran sein, an der „polymorph perversen“ Geschlechterumwandlung. Natürlich probierten wir auch das im Rahmen – neugierig, wie wir waren. Wir ließen Mädchen mit Autos spielen, ermutigten sie zu jungenhaftem Verhalten. Aber eines Tages, kam meine Tochter, die ich, sechs Monate alt, zusammen mit ihrer Mutter bekommen hatte und die ich fortan bevatern durfte, strahlend, sie hatte nämlich alles verstanden, strahlend mit einem Kinderwagen samt Puppe darin aus ihrem Kinderladen nachhause. Experimentum crucis! Exitus für die Moneysche sexuelle Transmutaionstheorie! Glatter Schwindel war das und ein Verbrechen zumal, stellte sich später heraus. Nur Alice Schwarzer machte noch einen kleinen Unterschied. Sie feierte 1973 in ihrem berühmten Buch John Money als modernen, ja fortschrittlichen Sexualwissenschaftler. Sie hatte ja selber wohl keine Kinder.

Und wir suchten neue Theorien frühkindliche Entwicklung, lasen Neil, lasen Erikson, lasen Winnicott, lasen Spitz und was wir noch alles finden konnten. Und wir suchten neue Weisen der Kinderbetreuung in den kleinen ehemaligen „Tante-Emma-Läden“, die von den Lebensmittel­konzernen in einer ersten großen Welle enteignet worden waren, in den „Kinderläden“. Erst sollten die Eltern im täglichen Wechsel die Kinder betreuen, die Mütter ebenso wie die Väter. Aber das erschien uns nicht recht wünschenswert, wegen der häufig wechselnden Bezugspersonen, die eine „Mutter-Kind-Bindung“ unmöglich machten. Ja wir hatten das damals von John Bowlby schon gelernt. Es war uns gerade wichtig, eine wirkliche „mothering“ Person zu haben, die aber nicht immer für alle Kinder verfügbar sein konnte. Immerhin wurden deswegen feste „Bezugspersonen“, nicht aber Kindergärt­ne­­rinnen angestellt, die durch einen „Elterndienst“ unterstützt wurden. So ist das meines Wissens bis heute in Kinderläden.

Wir hatten es schon verstanden, dass ein Kind nicht ein Ding mit Eigenschaften ist, die man sich irgendwie „schnitzen“ kann, wie man es sich wünscht und vorstellt, sondern ein Kind ist aktiver Teil, Moment einer mindestens zweistelligen Relation, systemisch in der Innigkeit einer Mutter-Kind-Bindung, einer Vater-Kind-Bindung, in einer starken Paarbindung beider, einer Geschwister-Bindung, und was es da noch alles, für dann auch mehrstellige Relationen und systemische Strukturen, ja, tatsächlich, „Strukturen“ (Levy-Strauss, Foucault) gab.

Aber wer weiß? Vielleicht löst sich ja diese geschichtliche Gestalt des Geschlechts,
welches die Form des “strong pairbonding” besitzt, heute wieder auf.
Dieses Geschlecht hat seit dem Ende des Mittelalters in einigen Regionen der
Erde, nämlich von Nordwesteuropa ausgehend, die Gestalt der freien
kognatischen Kern-Familie, in welcher beide Partner privat über die
Produktionsmittel des eigenen Lebens verfügen. Vielleicht löst sich diese
Gestalt des Geschlechts, in welcher die Produktion des eigenen Lebens mit
der Produktion des eignen Nachwuchses erfolgreich strukturell verkoppelt
war, nun wieder auf und wird zerstört. Zerstreut die Menschen in
unverbundene Mengen vereinzelter Einzelner, die sich eher zufällig und
vorüberge­hend zu unvorhersehbaren Gruppen und Zusammenschlüssen
assoziieren, welche sich ebenso schnell wieder dissoziieren, welche wieder
vergehen und jede produktive Gemeinsamkeit zerstören – in eine grund- und
bodenlose Menschheit sich wandelnd, wer weiß?

Aber, so will Hans Sachs, und das ist auch seine These, auch heute „in seinem Text zeigen, wie Freud und seine Psychoanalyse und die Hauptpropagandistin des Gender-Mainstreaming in ihrer Weltanschauung vorzugsweise dann verstanden werden können, wenn ihre Theorien und ihr Charakter als Ergebnis ihrer Kindheitserleb­nisse gewertet werden können.

Das macht Hans Sachs für Freud recht ausführlich und nennt Freuds schwer gestörte Mutter-Kind-Beziehung sogar den „Dynamo seines (Freuds) Oeuvres“ (S. 44) Für Butler bezieht er sich nur auf ein Interview in ARD und arte vom September 2012, in dem sie über die Schrecken ihrer Kindheit berichtete. Das mag Plausibilität haben, aber wirklich überzeugen kann es nicht, ebenso wenig die Analyse der Rolle der Person Edward Bernays und seiner Public-Relations-Technik. Das deutet er nur an.

Ausführlich und überzeugend befasst er sich mit der frühkindlichen Entstehung von Homosexualität, die er nicht mehr als Krankheit, sondern als, wie er es nennt, „psychische Störung“ analysiert, die aber nicht reversibel sei: „Homosexualität ist eine natürliche Folge der erzieherischen Einflüsse, denen ich als Kind ausgesetzt war. Mit Hilfe der Forschungsergebnisse, der Bindungsforschung und der Selbstpsychologie hat die Tiefenpsychologie dies unwiderlegbar offengelegt.“ (S. 84)

Das mag er optimistischer sein, als die Forschung zulässt. Was die Homosexualität angeht:  es bleiben offene Fragen. Wie Homosexualität entsteht, scheint keineswegs endgültig geklärt. Immerhin wird sie, wie Sachs bemerkt, nicht mehr als eine Krankheit verstanden.

Wie sieht es mit dem statistischen Anteil in komparativer Perspektive aus? Lassen sich etwa anteilige 5% Homosexuelle aus gestörten Mutter-Kind-Bindungen erklären? Und: Können biologische Ursachen ausgeschlossen werden? Z. B. genetischer oder pränatal-hormoneller Art?

Und selbstverständlich liegt ihm die frühkindliche Kindererziehung am Herzen in ihren drei ersten Lebensjahren. Die sieht er systematisch gefährdet: „Bei der Propaganda für die Kitas wird statt des Wortes Bindung das Wort Bildung benutzt. Eine propagandistische Irreführung der Eltern“, sagt er, „denn so ein kleines Kind braucht Bindung, nicht Bildung.“ (S. 11) Dies ist ihm deshalb besonders wichtig, weil die Bindung nicht nur selbständige, liebevolle und zugewandte Personen entwickeln lässt, auch die Gehirnforschung hat zeigen können, dass in dieser Zeit und durch Bindung gestützt, gesichert und gefördert, das kindliche Gehirn sich entwickelt und in seiner Entwicklung vollendet. Dies sieht er durch die „frühsex­uelle Erziehung“ in den Kitas gefährdet. Aber vielleicht hat die Frühkindliche Sexualerziehung für die Gender-Pädagogen einen ganz anderen Sinn? Vielleicht geht es ihnen ja dabei eher um Früherkennung von Genderorientierungen bei den Kleinen und um Vorsorge für ein frühzeitiges und gelingendes Coming Out Sorge zu tragen?

Gleichwohl, und da mag ihm der Rezensent aus vollem Herzen in beiden Forderungen beipflichten: „Wir brauchen in den Schulen bei den Kindern natürlich fächerübergreifende Unterrichtseinheiten zur Toleranz vielfältiger sexueller Verhaltensweisen und eine Orientierung über gleichwertige andere Erscheinungsformen menschlicher Sexualität. Aber genauso brauchen wir die Unterweisung unserer Kinder darin, wie Familie gelingt, im Guten und bei Konflikten und worauf es in der Kleinkindererzie­hung ankommt.“ (S. 142)

Und Gender-Mainstreaming soll dann, wie Hans Sachs mit vielen anderen gemeinsam auch fürchtet, vielleicht nicht heißen, die gleichgeschlechtlichen, die geschlechtsübergreifenden und die queeren Gender zum Hauptstrom von Geschlecht anstelle des gegengeschlechtlichen Geschlechts zu machen. Den Eindruck allerdings machen zurzeit die Gender-Propaganda und Gender-Propagandisten. Als stellten die Gender nicht drei bis fünf Prozent und weniger der Bevölkerung unserer Gesellschaft, sondern wenigstens dreißig Prozent. So tönen sie lauthals, die Schreihälse und Schreihälsinnen der Gender-Doxa!

Vielmehr, und dem wird Hans Sachs sicher auch beipflichten, könnte es im Gender-Mainstreaming vor allem darum gehen, Gender in den Hauptstrom von Geschlecht, nämlich den überwältigenden Hauptstrom der gegengeschlechtlichen und gelegentlich Nachwuchs produzierende Sexualität hinzu zu gesellen und ebenso akzeptiert und „geläufig“ zu machen wie diese gegengeschlechtliche Sexualität. Geläufig, engl. ‚intelligible‘, sagt Butler.

Hans Sachs hat ein nicht in allem seiner Argumentation stichhaltiges, aber ein interessantes Buch geschrieben, das neue Sichtweisen auf das Phänomen Gender eröffnet und gerade in seinen Irrungen eine Fülle von Anregungen ermöglicht.

Fine!




Webhinweis: Ulrich Kutschera – Homoehe im Lichte der Biologie

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Webhinweis:
Ulrich Kutschera – Homoehe im Lichte der Biologie

Das Interview bei Kath.net:

(…) Was denken Sie über die Legalisierung der Homo-Ehe in Deutschland? Wer steckt dahinter und wer profitiert davon?

Kutschera: Die „Ehe vollziehen“ mit dem Resultat einer inneren Befruchtung (Sex-Akt) können nur Mann/Frau (Hetero)-Paare. Daher sind Begriffe wie „Homosex“ und „Homo-Ehe“, biologisch betrachtet, unsinnige Wortschöpfungen. Von einer Aufwertung eingetragener Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Partnerschaften in den Ehe-Stand halte ich nichts. Eine politisch einflussreiche Links/Grün/Rot-indoktrinierte Gender-Homo-Lobby steht vermutlich dahinter, die unsere „christlichen“ Parteien fest im Würgegriff haben.  (…)

So weit so kontrovers – für den ein oder anderen.

Ein guter Beitrag zum Gender-Diskurs.




Biologie - Gender-Diskurs

Link: “Gender-Debatte: Unsinnige Glaubenslehre in der Biologie?”

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Link: Gender-Debatte: Unsinnige Glaubenslehre in der Biologie?

 

Ein neuer Artikel von Professor Dr. Ulrich Kutschera.

 

Gender-Debatte: Unsinnige Glaubenslehre in der Biologie?

Der Kasseler Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera antwortet auf Brynja Adam-Radmanics Beitrag „Biologie in der Gender-Debatte: Vom Feminismus geächtet, vom Rechtspopulismus umarmt“ aus Heft 5/2017 (S. 16 ff.). Seiner Ansicht nach gehört die sozialkonstruktivistische Gender-Lehre auf dem Friedhof unsinniger Gedankengebäude begraben. Genau so wie etwa der Kreationismus, der Wünschelruten-Glaube und die Homöopathie.

Im Mai 2017 veröffentlichte das Laborjournal einen Artikel mit dem Titel „Biologie in der Gender-Debatte: Vom Feminismus geächtet, vom Rechtspopulismus umarmt“. In diesem, von Frau Brynja Adam-Radmanic verfassten Kommentar wird die Tatsache aufgegriffen, dass im Rahmen der Umbenennungsaktion Freiburger Straßennamen auch der Natur­for­scher Carl von Linné wegen seines mutmaßlich zweifelhaften Frauenbildes ins Kreuzfeuer geriet – und im Zusammenhang mit der sozialkonstruktivistischen Gender-Ideologie thematisiert (LJ 5/2017: 16-19).

Die Autorin vertritt die These, dass die wenigen Biologen, die es wagen, eine Geschlechter-Irrlehre als unwissenschaftlich zu kritisieren, dem „rechtspopulistischen Spektrum“ beizuordnen seien. (…)




DNA - Gender-Diskurs

Evolution: Erste Asiaten – Urwaldbewohner auf Sumatra

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Evolution: Erste Asiaten

Urwaldbewohner auf Sumatra

Der Berliner Tagesspiegel unternimmt eine weite Reise. Er reist 68.000 Jahre zurück und zusätzlich nach Asien. In einem Artikel beschäftigt sich die Zeitung mit frühen Menschen auf Sumatra.

Bereits vor rund 68.000 Jahren lebten „moderne“ Menschen in Asien
– in einer Höhle im Regenwald Indonesiens.

Zunächst geht es um Funde, die dem Vorgänger des heutigen Menschen, dem Homo Erectus, zuzuordnen sind.

Die Karsthöhle „Lida Acer“ in den Bergen der indonesischen Insel Sumatra ist Frühmenschenforschern ein Begriff. Bereits 1888 bis 1890 hatte Eugène Dubois dort einen oberen Schneide- und einen Backenzahn ausgegraben, die denen eines modernen Menschen ähnelten. (…)

Der Homo Sapiens war bereits früh auf Wanderschaft, was Ergebnisse von Forschern vermuten ließen. Es fehlten allerdings die endgültigen Beweise.

(…) Im Erbgut hatten Forscher allerdings Indizien gefunden, dass Homo sapiens Afrika vor mindestens 75 000 Jahren verlassen und vor mehr als 60 000 Jahren auf den Inseln Südostasiens gelebt hatte. Nur fehlten zu diesen Ergebnissen konkrete Spuren in Form von Überresten dieser Auswanderer und ihrer Nachkommen. Vielleicht gab es diese Fossilien in der Karsthöhle Lida Acer? (…)

Ein solcher Beweis ist nun aufgetaucht.

(…) Im September 2015 brachen die Forscher in die Bergwelt Indonesiens auf. In der vorderen Kammer der Höhle fanden die Forscher den Tropfstein, den bereits Dubois beschrieben hatte. In der hinteren konnten sie Zähne verschiedener Tiere von Nashörnern bis zu Schweinen bergen. Alle waren zur gleichen Zeit dort abgelagert worden wie die beiden Menschenzähne.

Eine exakte Analyse der Zähne bestätigte, dass sie in einem Homo-sapiens-Kiefer steckten. Damit ist der bisher älteste Nachweis moderner Menschen außerhalb von Afrika (und Israel) unter Dach und Fach. Obendrein bewiesen die Forscher, dass moderne Menschen schon damals im Regenwald lebten. (…)

Der Artikel des Tagesspiegels hilft, die Geschichte des Menschen immer weiter zu erhellen.

 




Quotenfalle - Genderpolitik - Gender Diskurs

Buch: Die Quotenfalle – Warum Genderpolitik in die Irre führt

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Die Quotenfalle – Warum Genderpolitik in die Irre führt

Im FBV (Finanzbuchverlag) ist das Buch zur Frauenquote erschienen. In 23 Aufsätzen beleuchten über 20 Autoren beider Geschlechter die Quote aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Einige Professoren verschiedener Disziplinen teilen ihre Gedanken über die Quote mit dem Leser.

Ein Rundumschlag und eine historische Brücke

Wer einen Rundumschlag zur Argumentation gegen die Frauenquote möchte, ist mit Arne Hoffmanns Aufsatz “Die zehn wichtigsten Argumente gegen die Frauenquote” sehr gut bedient. Auch wenn man den Autoren an anderen Stellen durchaus als kritisch empfinden kann, hat er hier eine nahezu durchgängig einwandfreie Argumentation zum Thema abgeliefert. Wer auf die schnelle gesammelte Argumentationen zur Hand haben will, sollte sich diesen Beitrag näher ansehen.

Ferdinand Knauss schlägt zunächst eine historische Brücke von der französischen Revolution in das hier und jetzt.  Er unterscheidet unterschiedliche Gleichheiten. Hier unterscheidet er z. B. Ungleichheiten im Bereich der Justiz oder der Ökonomie. Das Modell der ausschließlich sozialen Konstruierung kritisiert er. Aus einer Gleichheit vor dem Gesetz könne bspw. keine biologische Gleichheit geschlossen werden.

Frauen- und Männersolidarität ist Unsinn

Gérard Bökenkamp ist mit zwei Beiträgen im Buch vertreten. In “Frauenpolitik in der Kollektivismusfalle. Jeder ist seines Glückes Schmied!” schildert er die Falle als Folge eines Konstruktionsfehlers.  Ein Denkfehler des Feminismus’ ist es, dass er Gruppen gleichstellen will. Bökenkamp hingegen führt aus, dass man lediglich Individuen, aber keine Gruppen gleichstellen kann, da es keine gleichförmigen Gruppeninteressen gibt.

Als Folgerung ist Frauensolidarität oder auch eine Männersolidarität Unsinn. Zu groß sind die Unterschiede innerhalb der einzelnen Geschlechter.

Jemand aufgrund der kollektiven Kategorie Geschlecht durch Quoten zu bevorzugen verstößt genauso gegen das Prinzip der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz, wie ihn aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Kategorie Geschlecht zu benachteiligen.Gérard Bökenkamp - Frauenpolitik in der Kollektivismusfalle. Jeder ist seines Glückes Schmied!

Außerdem stellt er einen grundsätzlichen Fehler in feministischer Argumentation fest: Auf der einen Seite stellt man alles als sozial konstruiert da, möchte aber auf der anderen Seite aufgrund einer biologischen Eigenschaft zu einer Bevorzugung gelangen. Die Forderung nach einer Frauenquote widerspricht grundsätzlichen Äußerungen des Feminismus. Der Konstruktivismus beißt sich mit den Quoten.

Im Aufsatz “Wettbewerb oder Quote” wird die positive Diskriminierung als das entlarvt, was sie letztlich ist: Sie ist eine Diskriminierung und vertieft nur die Gräben, die eigentlich eingeebnet werden sollen.

Moderne Zeiten: Frauen dürfen andere Dinge sagen

Fiona Lorenz sagt im Buch Dinge, die ein Mann in der heutigen Zeit ohne folgenden “Shitstorm” niemals sagen dürfte: Sie kommt zu dem Schluss “Bloß keine Frauenquote“. Sie hat einen sehr sozialkritischen Blick und verlässt eine “rein weibliche Perspektive” um zu einer objektiveren umzuschwenken. Sie betrachtet unterschiedliche sozialen Begebenheiten, erzählt von Karrieren berühmte historischer Frauen (Marie Curie, Maria Sybilla Merian) und vergisst auch wichtige Namen der aktuellen Debatte nicht. Hier nennt sie u. a. Warren Farrell und Matthias Mattusek.

Auch Fionas Lorenz’ Beitrag kann man als Rundumschlag werten, da sie durch viele Aspekte der Gesellschaft wandert und einer näheren Betrachtung unterzieht.

Weitere Autoren

Als weitere Autoren sind u. a. mit dabei

  • Dr. Alexander Ulfig, der auch als Herausgeber auftritt,
  • Professor Dr. Josef Christian Aigner,
  • Professor Dr. Gerhardt Amendt,
  • Christine Bauer-Jelinek,
  • Kevin Fuchs,
  • Professor Dr. Walter Hollstein,
  • Dr. Bruno Köhler,
  • Professor Dr. Dr. Dr. Adorján F. Kovács,
  • Eckhard Kuhla,
  • Bernhard Lassahn
    (seinen Beitrag zum Buch kann man auch an dieser Stelle lesen)
  • Dr. Philip Plickert
  • und diverse mehr

Diese ganzen Autoren hätten es verdient hier näher betrachtet zu werden, allerdings soll dem potentiellen Leser auch noch selbst etwas verbleiben.

Was mit zunächst als schlichtes Thema erschienen ist, zeigt sich hier komplexer und schillernder als erwartet. Das Buch lebt von den unterschiedlichen Betrachtungsweisen, die übersichtlich in nicht zu lange Aufsätze unterteilt sind. Geordnet sind die einzelnen Beiträge nach den Gebieten

  • Gleichberechtigung/Gleichstellung
  • Quotenpolitik
  • Quoten in der Wirtschaft
  • Quoten in der Wissenschaft

Die Betrachtungsweisen liegen innerhalb dieser Themengebiete, gehen aber an vielen Stellen darüber hinaus. Die Aufteilung in übersichtliche Beiträge gestattet einen schnellen Zugriff auf die einzelnen Argumentationen. Mich selbst haben neben den mir bereits bekannten Argumentationen die philosophischen Ansätze in unterschiedlichen Beiträgen fasziniert. Das Buch lädt jeden Interessierten dazu ein, sich auch über das Thema hinweg mit vielen Themen auseinanderzusetzen.

Ich traue mich schon gar nicht mehr erneut von einem Rundumschlag zu sprechen. Das Buch bekommt eine deutliche Leseempfehlung.

 

 




Konstruktivismus - Gender-Diskurs

Webhinweis: Gender raus! – Steuerfinanzierte Armseligkeit: Heinrich-Böll-„Stiftung“

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Webhinweis: Gender raus! –
Steuerfinanzierte Armseligkeit: Heinrich-Böll-„Stiftung“

Einen Artikel über steuerfinanzierten Genderwahn, gibt es bei den ScienceFiles:

“Gender raus!” Von Steuerzahlern finanzierte Armseligkeit: Heinrich-Böll-„Stiftung“ beamtet Leichnam

Der Artikel beschäftigt sich mit einem von der Heinrich Böll Stiftung erstellten Schriftstück, das den Steuerzahler eine Menge Geld gekostet hat und ohne tatsächlichen Wert daher kommt.

(…) Den Misthaufen in der Küche und die Ansammlung von Mülltonnen, die als Küche durchgehen sollen, nehmen wir jetzt und übertragen sie im Analogieschluss auf den neuesten Versuch aus dem Hause „Heinrich-Böll-Stiftung“, die Gender Studies zu retten. Die Heinrich-Böll-Stiftung ist natürlich keine Stiftung, sondern ein politischer Verein, den die Grünen gegründet haben und der von Steuergeldern lebt. Ohne die Steuergelder gäbe es die angebliche Stiftung nicht:
Stiftungskapital ist Fehlanzeige.

Der Analogieschluss bezieht sich aber nicht auf die HB-Fake-Stiftung. Der Analogieschluss bezieht sich auf die mit Steuergeldern finanzierte Broschüre „Gender raus! 12 Richtigstellungen zu Antifeminismus und Gender Kritik“. Für den meisten Text, der in dieser Broschüre zusammengetragen ist, zeichnet eine Franziska Schutzbach verantwortlich, deren wissenschaftliche Meriten in Google Scholar schnell zusammengetragen sind. (…)

Die Fehler, die der Böllstiftung unterlaufen werden anhand des Schriftstücks nach und nach durchgegangen.

 




Dr. Alexander Ulfig – Angriffsziel „Gender Studies“ verfehlt!

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Angriffsziel „Gender Studies“ verfehlt!

von Dr. Alexander Ulfig

Der Biologe Axel Meyer kommt in „Adams Apfel und Evas Erbe“ über die Grenzen seines Faches nicht hinaus

Kritik an der Gender-Ideologie und ihren politischen Auswüchsen kam bis dato zum größten Teil aus der Feder von Publizisten, Menschenrechtsaktivisten und vereinzelt von Sozial- und Geisteswissenschaftlern. Umso erfreulicher ist es, dass sich mittlerweile auch Naturwissenschaftler, vor allem Biologen, trauen, die Gender-Ideologie zu kritisieren.

Genderkritik von Biologen

Den Anfang machte Ulrich Kutschera, Professor für Evolutionsbiologie an der Universität Kassel. In einer Radio-Sendung konfrontierte er gesicherte, auf Tatsachen basierende Erkenntnisse aus der Biologie mit nicht auf Tatsachen und empirischer Überprüfung, sondern auf ideologischen und politischen Annahmen beruhenden Vorstellungen der Gender Studies. Zusammenfassend bezeichnet er die Gender Studies als „Unfug, Religion, feministische Sekte“.

Ein weiterer renommierter Biologe, der sich traut, den ideologisch-politischen und somit unwissenschaftlichen Charakter der Gender Studies herauszustellen, ist Axel Meyer, Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz. Mit seinem Buch Adams Apfel und Evas Erbe liefert er einen weiteren Beitrag „gegen hierzulande leider weit verbreiteten antiwissenschaftlichen Hokuspokus wie etwa Anthroposophie, Homöopathie oder Genderstudies“. (S. 18)

Das Buch stellt in erster Linie eine allgemeinverständliche Einführung in Geschichte, Grundlagen und ausgewählte Probleme der Genetik und der Evolutionsbiologie dar, wobei die ausgewählten Probleme hauptsächlich die Differenzen zwischen Männern und Frauen betreffen.

Er behandelt Themen wie Sex und Fitness, das menschliche Genom, die Rolle der Chromosome (des X-Chromosoms und des Y-Chromosoms), die Homosexualität und den Zusammenhang von Gene, Geschlecht und Intelligenz.

Dennoch: Biologie und seriöse Geisteswissenschaften ergänzen sich

Aber bereits in der Bestimmung der Intelligenz durch die üblichen Intelligenztests zeigen sich die Grenzen seines Ansatzes. Das ist ein wichtiges Thema, denn ein Anliegen Meyers ist es, die Überlegenheit der (seriösen) Naturwissenschaften gegenüber den (weniger seriösen oder unseriösen) Geisteswissenschaften zu zeigen. Die Gender Studies gelten für ihn als Geisteswissenschaften, und zwar solche, die mit der Biologie nichts zu tun haben möchten, in ihr sogar ihren größten Feind sehen.

Mit den üblichen Intelligenztests werden Fähigkeiten wie Lese-Verständnis, Analogiebildung, Wortschatz- und Faktenkenntnis, aber auch Mustererkennung, induktives und deduktives Denken sowie Problemlösen erfasst, Fähigkeiten, die auch für das Denken der Geisteswissenschaftler unerlässlich sind, die jedoch nicht die spezifischen geisteswissenschaftlichen Fähigkeiten ausmachen, denn Geisteswissenschaften im engeren Sinne des Wortes sind hermeneutische. d.h. auf Verstehen und Auslegung von Kulturprodukten ausgerichtete Wissenschaften.

Folgende „Fähigkeiten“ sind für sie konstitutiv: das Sich-hinein-Versetzen in Personen und – meist kulturelle – Sachverhalte (z. B. Kunstwerke, literarische Werke oder gar historische Epochen), der hermeneutische Zirkel (jedem Verstehen liegt ein Vorverständnis zugrunde, das in der Auseinandersetzung mit der Welt revidiert werden kann), die Horizontverschmelzung (sie tritt dann ein, wenn sich zwei Subjekte verständigen), die Eingebundenheit des Verstehens in einen geschichtlichen Zusammenhang (Wirkungsgeschichte) usw.

All diese „Fähigkeiten“ lassen sich in den üblichen Intelligenztests nicht erfassen und messen. Übrigens würde es mich interessieren, wie herausragende Denker, die der hermeneutisch-interpretativen Tradition zuzurechnen sind, wie z.B. Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger oder Hans-Georg Gadamer, bei den üblichen Intelligenztests abgeschnitten hätten.

Sind die Gender Studies überhaupt Geisteswissenschaft?

Doch bilden die Gender Studies überhaupt eine Geisteswissenschaft? Was ihre institutionelle Anbindung an den Universitäten angeht, so sind sie in den sozialwissenschaftlichen Fakultäten beheimatet. Der Gegenstandsbereich der Gender Studies ist die soziale Welt, genauer: das Geschlecht als soziale Konstruktion, gesellschaftliche Rollenbilder, soziale Konflikte und gesellschaftliche Mechanismen der Diskriminierung.

In methodologischer Hinsicht möchten die Gender Studies dem Anspruch nach in der Regel empirisch vorgehen, d. h. sie möchten Hypothesen aufstellen, die auf die Realität zutreffen, die sich an der Realität ausweisen. Ansonsten hätte die Rede von sozialen Konflikten und Diskriminierungen keinen Sinn.

Die Gender Studies bilden daher keine Geisteswissenschaft im engeren Sinne des Wortes, also keine hermeneutisch-interpretative Wissenschaft, sondern eine Sozialwissenschaft, für die die empirische Forschung eine wichtige Rolle spielt.

Naturwissenschaft und Sozialwissenschaft – eine Abgrenzung

Wir haben demnach die Naturwissenschaften wie Biologie, die empirisch vorgehen, d. h. ihre Hypothesen an der Realität überprüfen, wobei die Beobachtung und das Experiment eine zentrale Rolle spielen. Wir haben ferner die Sozialwissenschaften, die ebenfalls empirisch vorgehen, also ihre Hypothesen an der Realität überprüfen, die jedoch aufgrund der Komplexität der von ihnen untersuchten Phänomene und aufgrund der Unmöglichkeit, viele dieser Phänomene direkt zu beobachten, nicht so exakte Erkenntnisse wie die Naturwissenschaften liefern können.

Schließlich liegen uns die Geisteswissenschaften vor, also die hermeneutisch-interpretativen Wissenschaften, in denen es um Verstehen und Auslegung von Kulturprodukten geht. Zu ihnen gehören weite Teile der Philosophie, die Theologie, die Geschichtswissenschaft, die Klassische Philologie und die Literaturwissenschaften.

Diese Differenzierungen, die von Axel Meyer leider nicht vorgenommen werden, sind notwendig, um den Status der Gender Studies zu verstehen und sie einer adäquaten Kritik zu unterziehen.

Der Autor widerlegt, aber greift zu kurz

Axel Meyer widerlegt anhand von zahlreichen Studien aus der Genetik die in den Gender Studies weit verbreitete Ansicht, dass das Geschlecht – übrigens auch das biologische Geschlecht (sex) – nur eine soziale Konstruktion sei, (1) dass Menschen ursprünglich „genderneutral“ seien und erst später, durch den Einfluss der Gesellschaft, in „kulturell vorgeformte Normen gepresst würden“ und dass es ein „Geschlechterkontinuum“ gebe, innerhalb dessen Heterosexuelle eine „denkbare Variante an den Enden eines ´Regenbogens`“ seien. (S. 292)

Er weist den Anteil der Gene an den unterschiedlichen Fähigkeiten von Männern und Frauen auf, ohne jedoch den Anteil der Umwelt daran in Frage zu stellen, denn kein seriöser Naturwissenschaftler bezweifelt, dass wir Menschen von Umweltfaktoren stark beeinflusst sind. Und kein seriöser Sozial- oder Geisteswissenschaftler stellt in Frage, dass wir auch durch Gene bestimmt sind.

Allerdings greift Meyers Kritik der Gender Studies, genauer: ihres theoretischen Kerns, zu kurz, wenn er sich auf die unverständliche Ausdrucksweise von Judith Butler kapriziert. Er führt eine ihrer langen Sätze an und bezeichnet ihn als „intellektuellen Unsinn“:

„Wer so schreibt …, hat nichts anderes verdient, als ignoriert zu werden.“ (S. 359)

Das mag sein, doch solche Urteile können eine sachliche und systematische Kritik an dem theoretischen Kern der Gender Studies nicht ersetzen. Und es gibt viele weitere Kritikpunkte, die auch für Naturwissenschaftler von Relevanz sind.

Kritik an der sozialen Konstruktion der Geschlechter

Der erste betrifft den Begriff der sozialen Konstruktion. Die Annahme, dass das Geschlecht – und andere gesellschaftliche Phänomene – sozial konstruiert sind, wird in den Gender Studies wie ein Dogma betrachtet. Dabei verwechseln die Vertreterinnen der Gender Studies Konstruktion mit Produkt: Wir sind Produkte von biologischen, also genetischen, und sozio-kulturellen Faktoren. Wir konstruieren uns nicht selbst.(2)

Mit der Vorstellung, Geschlecht und andere gesellschaftliche Phänomene seien soziale Konstruktionen, verfolgen die Sozialkonstruktivisten ein politisches Ziel. Wenn gesellschaftliche Phänomene konstruiert sind bzw. konstruiert (und auch dekonstruiert) werden können, dann müssen sie nicht bestehen. Wenn wir das wollen, könnten wir sie nach unseren Vorstellungen ändern. Jeder könnte beispielsweise seine Rollenbilder oder sein Geschlecht ändern.

Die Sozialkonstruktivisten spielen sich als Sozialingenieure auf, die den Menschen beliebig formen möchten. Gerade die naturwissenschaftliche Forschung entlarvt diese gefährliche Phantasie als eine Illusion.

Gender Studies vs. Radikaler Konstruktivismus

Im Zusammenhang mit einer Kritik an den Gender Studies ist es wichtig, zwischen dem Sozialkonstruktivismus der Gender Studies und dem Radikalen Konstruktivismus der Biologen Humberto Maturana und Francisco Varela eine scharfe Trennlinie zu ziehen, denn einige Sozialkonstruktivistinnen berufen sich zwecks Untermauerung ihres Ansatzes auf den von der Neurobiologie beeinflussten Radikalen Konstruktivismus.(3)

Dabei handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Ansätze. Im Radikalen Konstruktivismus geht es darum zu zeigen, dass die Wirklichkeit durch unseren kognitiven Apparat, vor allem durch die Wahrnehmung, die wiederum auf neuronale Gehirnprozesse zurückzuführen ist, konstruiert wird.

Der Sozialkonstruktivismus behauptet hingegen, dass komplexe soziale und historisch entstandene Phänomene als von uns bewusst gemachte zu verstehen sind und nach unseren Vorstellungen geformt werden können. Leider geht Axel Meyer auf die wichtige Unterscheidung zwischen den beiden Ansätzen nicht ein.

Die Empirie der Gender Studies

Ein weiterer Kritikpunkt an den Gender Studies betrifft deren Empiriefähigkeit. Oben wurde festgestellt, dass Gender Studies in der Regel den Anspruch erheben, empirisch zu forschen. Faktisch gehen sie nur „teilweise“ empirisch vor.(4) Sie vermischen empirische Beschreibungen und Erklärungen mit Wünschen, Hoffnungen, Werturteilen und politischen Zielsetzungen. In anderen Worten: Sie unterscheiden nicht zwischen dem Entstehungszusammenhang, dem Begründungszusammenhang und dem Verwertungszusammenhang.

Im Entstehungszusammenhang werden Untersuchungsgegenstände nach Relevanzgesichtspunkten ausgewählt. Die Auswahl ist wertend und kann von wissenschaftsexternen, z. B. politischen, Faktoren abhängen. Im Begründungszusammenhang sollen wissenschaftsexterne Wertungen ausgeblendet werden. Sie dürfen die Überprüfung von Hypothesen nicht beeinflussen. Hier soll wertfrei geforscht werden. Im Verwertungszusammenhang können die im Begründungszusammenhang gewonnenen Erkenntnisse für politische Zwecke verwertet werden. Hier kann z.B. darüber entschieden werden, wie die Genforschung verwertet werden soll.

In den Gender Studies wird beispielsweise die wissenschaftliche Arbeit im Begründungszusammenhang von vornherein in den Dienst von politischen Zielen gestellt. Auch auf diese Differenzierungen hätte Axel Meyer eingehen können, spricht er doch den Gender Studies Neutralität sowie Wissenschaftlichkeit ab und attestiert ihnen Ideologisierung sowie Politisierung.

Gender Studies als Grundlage für das Gender Mainstreaming

Überzeugend beschreibt er hingegen die Politik, die aus den Gender Studies bzw. der Gender-Ideologie folgt: die Politik des sog. Gender-Mainstreamings. Das Ziel dieser Politik ist es, das Geschlecht zur zentralen Kategorie des sozialen Handelns zu erheben und in allen relevanten Bereichen der Gesellschaft zu berücksichtigen.

Die Wirkung der Gender-Ideologie beschränkt sich daher nicht nur auf einige sozialwissenschaftliche Fachbereiche, sondern hat sich in der westlichen Welt in allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen, wie Politik, Recht, Öffentlichen Dienst, Bildung und Wissenschaft, ausgebreitet.

Meyer verweist mit Nachdruck auf den Widerspruch zwischen der Theorie, d. h. der Gender-Ideologie, und der Praxis, also der Politik des Gender-Mainstreamings. Die Ideologie besagt, dass das Geschlecht sozial konstruiert und wählbar ist. Darüber hinaus postuliert sie die Gleichheit der Geschlechter.

Soziale Geschlechter und Frauenförderung – eine Inkonsistenz

In der politischen Praxis aber gibt es unzählige Förderprogramme, die nur Frauen vorbehalten sind, und Gesetze, die Frauen bevorzugen, und zwar Frauen aufgrund ihres biologischen Geschlechts. Personen, die biologisch Männer sind, sich aber als Frauen verstehen, dürfen an den genannten Förderprogrammen nicht teilnehmen bzw. dürfen die genannten Gesetze nicht in Anspruch nehmen. Um es in den Worten von Axel Meyer zu sagen:

„Paradoxerweise macht gerade die Ideologie, die die Bedeutung des biologischen Geschlechts kleinredet, das biologische Geschlecht zu einem entscheidenden Qualifikationsmerkmal für den Beruf!“ (S. 362)

Die Politik des Gender-Mainstreamings führt unausweichlich und nachweisbar zur Bevorzugung von Frauen und zur Diskriminierung von Männern, und zwar in allen relevanten Bereichen der Gesellschaft. Ausdruck davon sind sind die oben genannten Förderprogramme und Gesetze (Gleichstellungs- und Quoten-Gesetze).

Besonders stark wird diese Politik an den Universitäten forciert. Es gibt dort Förderprogramme nur für Frauen, z. B. das Professorinnenprogramm, mit dessen Hilfe Frauen auf Professuren gehievt werden, ferner Professuren, die faktisch nur für Frauen ausgeschrieben werden. Universitäre Gleichstellungsbeauftragte üben Druck auf Berufungskommissionen aus, damit diese Professuren an Frauen vergeben, ganz unabhängig davon, ob diese Frauen besser als ihre männlichen Mitbewerber qualifiziert sind oder nicht. Die Gleichstellungsbeauftragten betreiben somit eine offene Lobby- und Klientelpolitik.

Da die Gender-Lehrstühle fast ausschließlich von Frauen besetzt sind, liegt die Vermutung nahe, dass das Fach Gender Studies extra dafür geschaffen wurde, um den Anteil von Frauen, also die Frauenquote an den Universitäten zu erhöhen – ein Skandal, der seinesgleichen in der Wissenschaftsgeschichte sucht.

Abschließende Forderungen des Buches

Axel Meyer fordert abschließend von Studenten der Sozialwissenschaften, insbesondere der Gender Studies, sich mehr mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Es wäre wünschenswert, wenn sie im Grundstudium einige Semester lang Kurse in Naturwissenschaften belegen würden. (S. 351)

Auch die Politik und die Medien sollten in größerem Ausmaß naturwissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehen. Auf diese Weise könnte der Ideologisierung unserer Gesellschaft ein Riegel vorgeschoben werden. Dabei muss man auch in Kauf nehmen, dass die auf Fakten basierenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse mit den Geboten der Politischen Korrektheit oft nicht übereinstimmen.

All den Forderungen von Axel Meyer kann man nur beipflichten. Allerdings wäre es auch wünschenswert, wenn sich Studenten der Naturwissenschaften im Gegenzug und im Sinne des von Axel Meyer postulierten „Austausch(es) über die Fächergrenzen hinaus“(S. 351) einige Semester lang mit Sozial- und Geisteswissenschaften beschäftigen würden.

Fazit
Das Buch eignet sich dafür, in die Grundlagen der Genetik und der Evolutionsbiologie allgemeinverständlich einzuführen. Es eignet sich auch dafür, die genetischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen kennenzulernen. Es eignet sich aufgrund der oben genannten Mängel nicht dafür, die Gender Studies adäquat anzugreifen. Um dies zu tun, müsste Axel Meyer über die Grenzen seines Faches Biologie, hier stellvertretend für alle Naturwissenschaften, hinausgehen, d.h. im Austausch mit Sozial- und Geisteswissenschaftlern argumentieren. Nur eine gemeinsame Front kann dem Gender-Spuk ein schnelles Ende bereiten.

Quellen

Axel Meyer, Adams Apfel und Evas Erbe. Wie die Gene unser Leben bestimmen und warum Frauen anders sind als Männer, München 2015.

Quellen:

  1. Judith Butler, Körper von Gewicht. Die diskursive Grenze des Geschlechts, Berlin 1995, S. 21.
  2. Alexander Ulfig, „Der Mythos von der ´sozialen Konstruktion`“, in: Cuncti 22.03.2015:
  3. Karin Knorr Cetina, „Konstruktivismus in der Soziologie“, in: Albert Müller u.a. (Hrsg.), Konstruktivismus und Kognitionswissenschaft. Kulturelle Wurzeln und Ergebnisse, Wien 2001.
  4. Rainer Schnell u.a. (Hrsg.), Methoden der empirischen Sozialforschung, München 20119, S. 108 ff.


Dr. Alexander Ulfig hat verschiedene Bücher veröffentlicht.

Zuletzt: Die Quotenfalle: Warum Genderpolitik in die Irre führt




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Ulrich Kutschera: Ehe für alle? Eine widersinnige Entscheidung

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Ulrich Kutschera: Ehe für alle? Eine widersinnige Entscheidung

Professor Dr. Ulrich Kutschera hat eine eindeutige Meinung zur ‘Ehe für alle‘.

Kath.net: Ehe für alle? ‘Diese widersinnige Entscheidung überrascht mich nicht’

(…)
kath.net:
Wie ist die deutsche Universal-Ehe aus Sicht der Evolutionsbiologie zu bewerten?

Kutschera: Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten. Bevölkerung heißt Population, und Populationen sind definiert als Fortpflanzungsgemeinschaften. Die auf deutschem Staatsgebiet lebende, religiös-kulturell relativ homogene deutsche Population ist somit ein Zusammenschluss von Menschen, die Nachkommen hinterlassen. Die wichtigste Aufgabe von Staatsführern besteht darin, die ihnen anvertraute Population aufrecht zu erhalten; daher ist die Ehe zwischen einem Mann (Spermien-Produzent) und einer Frau (Eizellen-Bereitstellerin mit Gebärfähigkeit) vom Grundgesetz unter besonderen Schutz gestellt. Obwohl ca. 15 % aller Männer und Frauen aus biologischen Gründen unfruchtbar sind, sind sie dennoch prinzipiell fortpflanzungsfähig (verantwortungsvolle assistierte Reproduktion). Homo-Paare, d. h. Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Verbindungen, sind sterile, a-sexuelle Erotik-Duos ohne Reproduktions-Potenzial. Das Problem künstlicher Befruchtungen lesbischer Pärchen, wobei nach Geburt eines Kindes eine Frau die Vater-Rolle übernimmt, kann hier nicht im Detail thematisiert werden. Das bemitleidenswerte Befruchtungs-Produkt muss dann z. B. im Kindergarten sagen: „Mein Papa ist meine zweite Mama“. Um das durchzuboxen, wird die von Kindesmisshandler John Money eingeführte, widernatürliche Früh-Sexualisierung betrieben, die ich als geistige Vergewaltigung Schutzbefohlener interpretiere. Diese Gender-Rechnung wird aber nicht aufgehen. Kurz formuliert: Der Staat hat nichts davon, wenn er sterile Homo-Pärchen privilegiert, denn die Rente dieser Menschen muss von den Kindern aus fertilen Mann-Frau-Ehen aufgebracht werden – eine Ungerechtigkeit ersten Ranges.
(…)

Auch die Adoption durch homoerotische Eltern bekommt eine klare Beurteilung im Interview.




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Webhinweis: Stillen oder nicht? – “Nicht nur fürs Baby gut!”

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Webhinweis:

Stillen oder nicht? – “Nicht nur fürs Baby gut!”

Einen Artikel über mögliche weitere Vorzüge des Stillens – nicht nur für das Kind – gibt es in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).

Neue Zürcher Zeitung: Stillen – Nicht nur fürs Baby gut

Babys gedeihen am besten, wenn sie mit Muttermilch ernährt werden. Aber nicht nur dem Säugling kommt Stillen zugute, sondern offenbar auch der Mutter. Was schon früher beobachtet wurde, legen nun auch die Ergebnisse einer grossen chinesischen Bevölkerungsstudie nahe. (…)

Mütter, die ihre Kinder gestillt hatten, blieben demgegenüber überdurchschnittlich oft von Herzinfarkten und Schlaganfällen verschont. Je länger sie ihren Sprössling zudem auf diese Weise ernährt hatten, desto seltener erkrankten sie später an einem Herz-Kreislauf-Leiden. Bei einer Stillzeit von wenigen Monaten lag ihr Erkrankungsrisiko nur ein Prozent unter jenem von Frauen, die ihrem Baby nur Flaschennahrung gegeben hatten. Mit jedem zusätzlichen halben Jahr Brustfütterung sank das Risiko um weitere vier Prozent ab. (…)

Eine statistische Korrelation ist, wie im Artikel ausdrücklich ausgesprochen worden ist, keine Kausalität, wohl aber eine Begründung für eine Vermutung im Hinblick auf eine mögliche Kausalität,
die durch weitere Forschung erst noch zu bestimmen wäre.

Man könnte auch vermuten, dass Frauen, die Stillen, einen bewussteren Umgang mit Leben und der Gesundheit haben. Dies werden weitere Studien hoffentlich untersuchen.

(…) Heisst das also, dass Stillen die Mutter vor Herz-Kreislauf-Attacken schützt? Diese Frage kann die vorliegende Untersuchung aus methodischen Gründen nicht beantworten. Denn Bevölkerungsstudien sind generell wenig geeignet, kausale Zusammenhänge – also die Frage nach dem Huhn und dem Ei – zu klären. Nicht ausschliessen lässt sich daher, dass die länger stillenden Mütter von vorneherein gesundheitlich robuster und deshalb seltener von Herz-Kreislauf-Leiden betroffen waren. (…)

Es folgt ein Hinweis auf eine europäische Studie, die Risiken für “Vielfach-Mütter” aufzeigt, die unabhängig vom Stillverhalten sind.

 

 

 




Genderist – eine Definition bei den ScienceFiles.

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Genderist – eine Definition bei den ScienceFiles.

Beim Thema „Gender” kommt sehr schnell die Frage nach der Wissenschaftlichkeit dieser Disziplin auf. Mit dem Genderismus werden mittlerweile die meisten Studiengänge geflutet. “Interdisziplinär” müssen Vorlesungen zu diesem Thema belegt werden.

Die ScienceFiles haben auf Anfrage eine Definition ins Internet gestellt.

Genderisten/Genderismus – eine Definition

(…) Nun noch zu Genderisten: Da wir wie gesagt keine Essentialisten sind, existiert für uns kein Genderismus als solcher und niemand, dessen Wesenseigenart es wäre, Genderist zu sein.

„Genderist“ soll dementsprechend einfach eine Bezeichnung für Personen sein, für die gilt, dass sie
(1) die soziale Konstruktion von Geschlecht bzw. Geschlechtszugehörigkeit zum Ausgangspunkt aller sozialwissenschaftlich oder gesellschaftlich relevanten Beschreibungen und Erklärungen machen wollen und die Arbeit von Personen, die dies nicht tun wollen und andere Eigenschaften von Menschen (seien sie als sozial konstruiert aufgefasst oder nicht) als ebenso wichtig oder wichtiger für die Erklärung und das Verständnis sozialer Realität einschätzen, von vornherein als defizitär beurteilen, oder die
(2) Konstruktionen von Weiblichkeit und Männlichkeit in eine Hierarchie bringen, wobei alles, was weiblich konnotiert ist, präferiert wird, und darüber hinaus bestimmte Konstruktionen von Weiblichkeit (z.B. Hausfrau, „Karriere“frau ohne Kinder) und Männlichkeit (z.B. „Macho“-Mann) sowie bestimmte Lebensentwürfe (z.B. „Doppelverdiener“) weniger akzeptabel gefunden werden als die so genannte „Vereinbarkeitsweiblichkeit und -männlichkeit“ (oder gar nicht akzeptabel).

Aufgrund der Bewertung, die unter (2) genannt ist, können Genderisten per definitionem keine Wissenschaftler sein. (…)

Im Grundsatzprogramm der ScienceFiles gibt es einige Punkte, die darauf hinweisen, warum es sich beim “Genderismus” nicht um Wissenschaftlichkeit handelt.




DNA - Gender-Diskurs

Webhinweis: Wiege der Menschheit in Europa

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Webhinweis: Wiege der Menschheit in Europa

Bisher ist die Wissenschaft davon ausgegangen, dass der Ursprung der Menschheit in Afrika liegt. Nun gibt es eine Theorie, die Europa als Herkunft für die menschliche Rasse sieht.

Spiegel Online: Forscher verlegen Wiege der Menschheit von Afrika nach Europa

(…) Es ist eine Grundlehre der Anthropologie: In Afrika trennten sich die Wege von Menschen und Menschenaffen. Einer neuen Studie zufolge könnte es aber anders gewesen sein. Womöglich ist der Balkan die Wiege der Menschheit.

Die Abstammungslinien von Menschen und Menschenaffen teilten sich womöglich einige Hunderttausend Jahre früher als bisher angenommen – in Europa und nicht wie nach der gängigen Theorie vermutet in Afrika.

Diese Idee stellt ein Forscherteam um Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Paleoenvironment (HEP) in Tübingen im Fachmagazin “PLOS One” vor. Die Wissenschaftler hatten zwei Fossilfunde neu untersucht und die damaligen Umweltbedingungen an den Fundorten rekonstruiert.

Funde in Bulgarien und Griechenland (…)

Bei den entdeckten Funden handelt es sich offenbar um eine neue Vormenschenart, die bisher unbekannt war.  Diese Vormenschenart ist älter als die bisher bekannten Funde aus Afrika. Daher gehen Wissenschaftler davon aus, dass ein Abspaltung vom Schimpansen zum Menschen bereits zuvor in Europa stattgefunden hat.

Neu sind diese Überlegungen allerdings nicht:

(…) “Die Aufspaltung der Hominiden-Vorfahren des Menschen und der Menschenaffen ist schlecht dokumentiert”, sagt Jean-Jacques Hublin, Direktor der Abteilung Human Evolution am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig und nicht an der Studie beteiligt. Es sei nicht das erste Mal, dass Forscher angesichts der vielen Fossilienfunde in Südeuropa die ersten Menschen dort verorteten.  (…)

Wie es um die neue Theorie steht, erfährt man im interessanten Artikel bei SPON.




Familie - "Genderpolitik" - Gender-Diskurs

Link: Durch die Lupe der Evolution

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Link:
Durch die Lupe der Evolution

 

Chris Sander erforscht, wie Proteine ihre Gestalt erlangen – und wie die Resistenz von Krebs überwunden werden kann.

„Nichts in der Biologie ergibt einen Sinn, außer im Licht der Evolution“, lautet ein oft zitierter Satz des amerikanischen Genetikers Theodosius Dobzhansky. Dass das gleiche auch für die Bioinformatik gilt, hat Chris Sander bewiesen. Erst der Blick auf die Entwicklung des Lebens ermöglichte es Sander, die räumliche Gestalt von Eiweißmolekülen (Proteinen) zu bestimmen – und damit eines der großen Rätsel der Biologie zu lösen, oder seiner Lösung zumindest deutlich näher zu kommen. Sander, einer der Begründer der Bioinformatik, forscht am Dana-Farber-Krebsinstitut der Harvard-Universität in Boston. Am gestrigen Freitag sprach er beim „Digital Science Match“ im Kosmos-Kino in Berlin darüber, wie er das Protein-Problem knackte.

Supercomputer scheiterten am Protein-Problem

Proteine sind die Bausteine und Handwerker des Lebens. Ihr Bauplan ist in den Erbanlagen aufgezeichnet. Beim Menschen enthalten 20 000 Gene die Informationen für die Proteine, deren Zahl durch spätere biochemische Veränderungen noch vervielfacht wird. Bei der Herstellung der Proteine in der Zelle wird aus der genetischen Information ein räumliches Molekül. Aus einer (Erbfaden) werden drei Dimensionen (Eiweiß). (…)




Gender-Diskurs - Feminismus - Kreationismus - interdisziplinäre Kritik - Video

Video (englisch): The Golden Gate Leech Summer of Love 50th

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Video (englisch):
The Golden Gate Leech Summer of Love 50th

This video is the first contribution to our new 2017-series “Public Understanding of Biology”.

It consists of a mixture of art, piano-music and solid science, produced by the evolutionary biologist Prof. Ulrich Kutschera (Universität Kassel, Germany/Stanford CA) in collaboration with Dr. Elizabeth Watts (Bauhaus-Universität Weimar, Germany), plus the support team Petra Bock & Lars Börje Vormstein (Universität Kassel, Germany).

First, we present a brief summary of the “Summer of Love 50th Anniversary”, celebrated in San Francisco CA (USA) in 2017. Then, we describe the discovery, description and unique reproductive behavior of a tiny, little hermaphroditic worm that was found in 1987 in the very place where the Hippie Movement began five decades ago. In 1967, thousands of young people converged on Haight-Ashbury, turning San Francisco into the epicenter of a cultural phenomenon known as the “Summer of Love”. During this exciting time, art, music and fashion flourished and, according to a 1987 article published by the San Francisco Sunday Examiner & Chronicle, there was a “feeling that everything was possible”… and here our story begins …Yes, indeed, everything was possible … even the discovery of a new aquatic animal species in Golden Gate Park, San Francisco, where, on the 14th of January 1967, “The Summer of Love” began.

In 1987, Dr. Ulrich Kutschera, who was at that time a Postdoc in Stanford, California, discovered a new leech species in the Golden Gate Park. This “loving San Francisco worm” is a good mother – it protects and feeds its young!

We recollect this unique story – the search for the leeches and their prey organisms in the ponds of Golden Gate Park, the identification/description of the animal – official name “Golden Gate Leech, Helobdella californica Kutschera 1988”, and the brooding behavior of the hermaphroditic “parent”. In addition, we discuss macro-evolutionary transitions in leeches. After this excursion into the world of evolutionary biology we come back to the “Summer of Love 1967”, with reference to the Monterey Pop Festival etc.

The video was created with the support of Jason Herrington (California Historical Society, San Francisco CA), Glenn Branch (National Center for Science Education, NCSE, Oakland CA), and Dr. Steve Farmer (The Systems Biology Group, Inc., Palo Alto CA). Music produced by UVASONAR Media Pool.