Dr. Wulf Krause: Freud, Gender und die Massenpsychologie der Gleichheit


So beschreibt das Publik-Relations-Manager Edward Bernays. Und von dem verstorbenen David Rockefeller erzählt man die Auffassung, die er auf einer Konferenz der „Trilateralen Kommission“ einer ebensolchen supranationalen Gruppe, die einst von David Rockefeller und Zbigniew Brzezinski gegründet worden war:

„Die supranationale Souveränität von einer intellektuellen Elite und von Weltbankern ist sicherlich der nationalen Selbstbestimmung, die in den vergangenen Jahrhunderten praktiziert wurde, vorzuziehen.“

Das ist wohl heute tatsächlich der Fall. Heute geschieht das vermittels jener, von finanziell hochpotenten Kreisen finanzierten und geförderten „Thinktanks“, wie etwa das von der Rockefeller-Stiftung, aber auch anderen betriebene „Council for Foreign Affairs“ (CFR), die klare Vorstellungen davon haben, wie die Welt nach ihren Wünschen und ihrem Willen modelliert werden soll. Vor allem geschieht das mit Hilfe von gut gesponserten NGOs und von ihnen stimulierten Bürgerbe­weg­­ungen. AVAAZ heißt heute ein EDV- und Internetgestütztes weltweites Kampagnen-Netzwerk, das, von Rockefeller bis Soros gesponsert, mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen beeinflusst mit dessen Hilfe alle jene Gutmenschen-Stiftungen ihre supranationalen Kampagnen führen und ihre eignen Interessen dabei verwirklichen und die Freiheit im Interesse der Gleichheit zerstören. Heute heißt das nicht mehr Propaganda, sondern ‚public relations‘ und „Kommunikationstechnologie“ „Wir bemühen uns ständig darum, Aspekte des Modells des Technologie befeuerten Sich-Organisierens zu erneuern, identifizieren neue Strategien, um unsere Zielgruppen zum Engagement zu bringen mit dem Schwerpunkt auf technologischen Hilfsmitteln.“

Ben Brandzel, der Gründer von AVVAZ fasst die gemeinsamen Strategien von Avaaz, MoveOn.org und GetUp! im „Ecampaigning Forum“ stichwortartig folgendermaßen zusammen:

  • Dringlich und schnell, manchmal aus sich heraus klar, aber auch durch „Wir halten es nicht mehr aus”, eine anstehende Parlamentsabstimmung, kann ein Gefühl sein, immer über den Eindruck von Dringlichkeit nachdenken.
  • „Bauchgefühl“ – klare „Bauchgefühl“-Bilder, z. B. Hans Blix, wie er im Irak umhergeht, David Hicks in Guantanamo, Mönche die geschlagen werden.
  • Klare Wirkung. Wie verbindet man Leidenschaft, Bauchgefühl und Dringlichkeit mit dem wichtigsten letzten Schritt: Wie wird das eine Entscheidung, auch aus dem Bauch heraus, beeinflussen.
  • Hohe Energie/hohes Informationsniveau. Verhältnis von Energie/Leidenschaft und der Information, die eure Unterstützer darüber haben. Die besten Kampagnen kombinieren hohe Energie mit hohem Informationsniveau,– oft von den Medien – es ist in den Nachrichten, sie wissen davon. Man braucht zumindest ein Element. Wenn man keine Informationen hat, muss man eurer Klientel signalisieren, „der Augenblick ist jetzt da“. „Große Leidenschaft“ bedeutet „hohe schon vorhandene Leidenschaft – sich schon Gedanken darüber gemacht zu haben.
  • Alles Teil einer nachhaltigen Kampagne. Eine Vielzahl von Emails, eine Vielzahl von Versuchen, sorgfältiges Timing.“

Gender-Mainstreaming ist genau eine solche Kampagne:“kulturrevolutionäres Umerziehungsprogramm“ (Hans Sachs) „Judith Butler ist der Darling großer Stiftungen wie Guggenheim und Rockefeller, deren Fellowships sie angehört. 2004 erhielt sie den Brudner Prize der Yale University für besondere Verdienste für ‚lesbian and gay studies‘, 2008 wurde sie mit dem Andrew W. Mellon Award ausgezeichnet, dotiert mit 1,5 Millionen Dollar, welcher den Empfängern ermöglichen soll, unter besonders günstigen Bedingungen zu lehren und zu forschen‘.

Seit 2012 ist sie Gastprofessorin an der Columbia University, welche den exilierten Professoren Adorno und Horkheimer mit ihrem Institut für Sozialforschung in den dreißiger Jahren Asyl gewährte. Die Schlussfolgerung ist unvermeidlich: “Die Macht- und Geldeliten wollen die ‚Subversion der Identität‘.“ Bemerkt Gabriele Kuby in der Tagespost vom 11.09.2011.
(http//www.gabriele-kuby.dewortmeldungen/judith-butler-die-ideenliferantin/)

Judith Butler ist eine der Galionsfiguren solcher Kampagnen, sie gehört auch zu der Führungsspitze, von IGLHR, International Gay and Lesbian Human Rights Commission. Diese Organisation ist bei der UN als NGO akkreditiert, die, wie andere NGOs auch, der fachlichen Beratung der aus aller Welt zusammen kommen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dienen sollen. Die IGLHR gehörte zur Gruppe der NGOs, die mit Unterstützung des World Trade Organisation bei der Vorbereitung der 4.Internationalen Frauenkonferenz 1995 in Peking eine wichtige Rolle spielte. Auch Sulamith Firestone gehörte dazu bis zu ihrem Tode 1992.

Die gesamte Kampagne zum Gender- Mainstreaming ist daher wohl auch nicht allein der klugen Einsicht einiger intellektueller Feministinnen entsprungen, sondern scheint eingebettet zu sein in eine offenbar globale Strategie zur “Neumodellierung” der Welt nach den Vorstellungen der neuen supranationalen „unsichtbaren Regierung“ (Bernay), der neuen souveränen “Herren der Welt”. Gender-Mainstreaming wird bleiben! Solange der supranationale intellektuelle und finanzielle Support nicht ausbleibt und Frauen glauben, dass der Genderismus-Feminismus ihre Emanzipation fördert, wird sich da auch nichts ändern.

Aufklärung bewirkt da nichts, zumal Aufklärung nur Selbstaufklärung sein kann, nämlich den Mut zu haben, sich seines Verstandes ohne fremde Hilfe zu bedienen. Das war vom französisch-revolutionä­ren Kant gegen das Heer der Pfaffen seiner Zeit gerichtet, heute muss man das gegen das moderne Pfaffentum, die neuen säkularen Priester des Gutmenschentums, die gewissenlosen Selbstge­wissen richten. Und deswegen redet der Rezensent nicht so gern von Genderideologie, sondern von der Gender-Doxa.

Aber es ist schon dennoch wichtig, dass Hans Sachs einen Beitrag zur Kritik der Gender – Doxa auch wissenschaftskritisch beisteuert. Die „Genderideologie“, Ende der achtziger und in den neunziger Jahren, meint Hans Sachs, wiederbelebe mit dem Rückgriff auf den “Frankfurter Freudomarxismus“ die Freudsche Vorstellung von „Pansexualität“.

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