Konstruktivismus - Gender-Diskurs

Webtipps: Vernunft, Glaube, Hochbegabung und Genies

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Webtipps: Vernunft, Glaube, Hochbegabung und Genies

Heute gibt es zwei Webtipps. Ein Artikel handelt über die Vernunft und den Glauben und kommt aus dem Bereich der Religionsphilosophie. In dem anderen Artikel geht es um Hochbegabtenförderung: Wie geht man mit Genies um?

Die Vernunft und der Glauben

Die Theologie reklamiert für sich rationales Denken und Wissenschaftlichkeit – trotz ihrer Bindung an die Religion. Dabei geht es ihr vor allem darum, innere Widersprüche zu beseitigen, aber auch um die Auseinandersetzung und Abstimmung mit anderen Disziplinen. Doch ist hier ein Konsens überhaupt möglich?

Es ist tatsächlich die Frage, ob rationales Denken und Wissenschaftlichkeit mit dem Glauben vereinbar ist. Widersprechen nicht viele wissenschaftliche Erkenntnisse den Religionen? In der katholischen Kirche sind diese kritischen Gedankengänge unerwünscht.

(…) Die grundsätzlich positive Haltung zur Vernunft hat besonders in der katholischen Tradition stets dominiert. Doch gab es immer auch einen gewissen Argwohn gegenüber allzu kritischem Denken. (…)

Der Artikel bietet noch einen Katalog klassischer Widersprüche des christlichen Glaubens und der Wissenschaftlichkeit. Ein interessanter philosophischer Artikel.

Hochbegabung: Wie fördert man Genies?

Die Schlauen beeinflussen die Gesellschaft: Eine Langzeitstudie zeigt, dass aus dem schlauesten Prozent der Bevölkerung herausragende Wissenschaftler werden, CEOs bedeutender Unternehmen, Bundesrichter oder Milliardäre. Forscher kritisieren, dass in unserer Gesellschaft noch eher die Sportlichen als die Hochbegabten gefördert werden.

Die Förderung von hochbegabten Kindern ist im Gegensatzu zur Förderung sportlicher Kinder problematisch. Sportlichkeit kann leichter im Bildungssystem ermittelt werden. Eine Stoppuhr oder ein Maßband zeigen Werte an, die unmittelbar in einen Zusammenhang gebracht werden können: Ist die Leistung überdurchschnittlich sportlich oder ist sie es nicht?

Hochbegabte Kinder leiden oft unter dem Problem der Unterforderung und damit einer Lustlosigkeit, sich mit dem Schulstoff in der dargereichten Form auseinanderzusetzen. Die schulischen Leistungen sind dementsprechend schwer in einen ähnlichen Zusammenhang zu bringen.

Gelangweilte Genies und kognitive Einflüsse

Der Artikel handelt aber von Kindern, die eindeutig als Genies zu identifizieren sind. Es geht also um tatsächliche Genies. Aber auch hier greift die Problematik, dass diese Kinder oftmals gelangweilt sind.

Überflieger brauchen eine besondere Förderung, damit sie nicht unterfordert sind. Das muss nicht gleich eine Sonderrolle sein. Häufig genügt es, wenn sie zusätzliche Aufgaben bekommen.

Einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Genies haben kognitive Einflüsse.

(…) Seine Ergebnisse widersprechen aber den tief verwurzelten alten Vorstellungen. Bisher hieß es nämlich, gute Leistungen resultierten hauptsächlich aus praktischen Erfahrungen, weshalb es jeder mit dem passenden Einsatz nach ganz oben schaffen könne. Laut der SMPY-Studie haben nun jedoch frühe kognitive Fähigkeiten einen größeren Einfluss auf den Erfolg als Übung und Faktoren wie der sozioökonomische Status. (…)

David Lubinski bringt es auf den Punkt

“Meist brauchen diese Kinder gar keine innovativen oder neuen Methoden, sondern einfach nur früher Zugang zu den Themen, die sonst erst die älteren Kinder behandeln”

Bei der Auswahl eines Kindes als Genie stellen sich mehrere Fragen:

  • Wie hoch sind die Risiken der Stigmatisierung einzelner Kinder?
  • Welche Probleme können bei der Auswahl der Begabten auftreten?
  • Welche Defizite haben standardisierte Auswahltests, insbesondere beim Einsatz in armen und ländlichen Gegenden?

Ein interessanter Artikel über die Förderung herausragender Kinder.