Webtipp: Spektrum – “Wie fördert man Genies?”


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Webtipp: Spektrum – “Wie fördert man Genies?

Die Schlauen beeinflussen die Gesellschaft: Eine Langzeitstudie zeigt, dass aus dem schlauesten Prozent der Bevölkerung herausragende Wissenschaftler werden, CEOs bedeutender Unternehmen, Bundesrichter oder Milliardäre. Forscher kritisieren, dass in unserer Gesellschaft noch eher die Sportlichen als die Hochbegabten gefördert werden.

Die Problematik liegt wahrscheinlich in der Erkennung von Hochbegabung. Sportliche Leistungen sind messbar. Wenn ein Kind eine bestimmte Strecke in einer bestimmten Zeit hinter sich bringen kann, ist dies einfach festzustellen – man vergleicht unterschiedliche Zahlen miteinander. Die Leistung kann man einfach einordnen. Schwieriger gestaltet sich dies im Schulunterricht. Oftmals werden hochbegabte Kinder als minderbegabt eingeschätzt, weil sie dem für sie zu anspruchslosen Unterricht nicht folgen (wollen).

Anders sieht dies natürlich bei offensichtlichen Übertalenten aus.

An einem Sommertag 1968 traf Professor Julian Stanley einen brillanten, aber leicht gelangweilten Zwölfjährigen namens Joseph Bates. Der Schüler aus Baltimore war seinen Klassenkameraden in Mathematik so weit voraus, dass seine Eltern ihn bei einem Computerkurs an der Johns Hopkins University anmeldeten. Doch selbst dieser Kurs reichte dem Jungen nicht. Nachdem er auch noch die erwachsenen Studenten überflügelt hatte, begann er anderen Schülern die Programmiersprache FORTRAN beizubringen.

Höchstleistungen durch Förderung

Wird eine solche Hochbegabung erkannt, sollte sie durch früher Förderung entwickelt werden.

Bei vielen dieser Wegbereiter in Wissenschaft, Technologie und Kultur wurden die herausragenden kognitiven Fähigkeiten schon in frühen Jahren erkannt und durch Vertiefungsprogramme unterstützt, beispielsweise im Center for Talented Youth der Johns Hopkins University, das Stanley in den 1980er Jahren im Zusammenhang mit der SMPY-Studie eröffnete. Anfangs standen die Studie und das Zentrum allen jungen Leuten offen, die bei den Eingangsexamina an der Universität zu dem besten Prozent gehörten, den Top One. Die Mathematik-Pioniere Terence Tao und Lenhard Ng gehörten dazu, ebenso wie Mark Zuckerberg von Facebook, der Mitbegründer von Google Sergey Brin und die Musikerin Stefani Germanotta alias Lady Gaga – sie alle waren am Hopkins Center.

Ein interessanter Artikel über die Förderung von hochbegabten Kindern. Diese Förderung ist oftmals nicht aufwendig:

Meist brauchen diese Kinder gar keine innovativen oder neuen Methoden, sondern einfach nur früher Zugang zu den Themen, die sonst erst die älteren Kinder behandeln

David Lubinski

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