SPON: Menschliches Erbgut – “Das wird man nicht verantworten können”


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SPON: Menschliches Erbgut

– “Das wird man nicht verantworten können”

Einen Diskussionsbeitrag zum Thema “Genmanipulation und menschliches Erbgut (auch am Embryo)” gibt es bei Spiegel Online. Er ist als Einstieg in die Thematik zu sehen.

Eingriff ins menschliche Erbgut: “Das wird man nicht verantworten können”

Der Deutsche Ethikrat streitet über Eingriffe in die DNA des Menschen: Theoretisch ließen sich Gene so verändern, dass manipuliertes Erbgut an Kinder und Enkel weitergegeben wird. Doch die Versuche sind umstritten.

“Deutschland, wir müssen reden”, sagt Jörg Vogel, Direktor am Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg auf der Jahrestagung des Deutschen Ethikrats in Berlin. Es geht um die Frage, inwiefern Forscher das Erbgut des Menschen verändern dürfen. Anlass der Debatte ist die Erfindung der Genschere CRISPR-Cas9. Mit ihr lässt sich das Erbgut von Tieren und Pflanzen günstig, einfach, schnell und besonders präzise anpassen.

Dieses Thema ist tatsächlich diskussionswürdig.

Im April 2015 berichteten chinesische Forscher erstmals, auch menschliche Embryonen mit CRISPR-Cas9 genetisch verändert zu haben. Zwar waren die veränderten menschlichen Embryonen nicht lebensfähig, doch offenbarte die Forschung ein grundsätzliches Problem. Verändern Forscher das Erbgut menschlicher Embryonen, betrifft diese Veränderung auch die Keimbahn: Entsteht aus dem Embryo ein erwachsener Mensch, gibt er das manipulierte Genom über Ei- und Samenzellen an seine Kinder und damit an folgende Generationen weiter.

Hier stellen sich Fragen ethischer, moralischer Natur:

  • Wie weit darf der Mensch im Umgang mit Genen gehen?
  • Ist es generell nicht verwerflich mit Embryonen Versuche durchzuführen?

Erst Anfang 2016 bekam eine britische Forschergruppe die Erlaubnis, künftig gezielt die Gene menschlicher Embryonen zu verändern. In Deutschland ist das bislang nicht erlaubt.

Die Diskussion wird international zu führen sein. Eine Gefahr besteht im Wettbewerb. Zugunsten des Wettbewerbs darf man nicht auf ethische Diskussionen verzichten.

Einen Einstieg in diese Problematik gibt der verlinkte Artikel.

Es werden weitere Artikel verlinkt:

Erbgut von Embryonen: Was britische Gen-Forscher jetzt dürfen – und was nicht

Gentechnik und Ethik: Das Unantastbare ist antastbar geworden

Umstrittene Experimente: Forscher manipulieren Erbgut menschlicher Embryonen