Lesetipps: Evolutionsbiologie


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Evolutionstheorie im Focus

Lesetipps: Evolutionsbiologie

Einige interessante Artikel zum Thema der Evolutionsbiologie finden sich im Wissenschaftsmagazin Spektrum.de:

Die Entwicklung der Arten
Evolution

Evolution findet täglich statt – im Kleinen wie im Großen: Bakterien werden resistent gegen Medikamente, Fische oder Vögel spalten sich in neue Arten auf. Und auch der Blick in die Vergangenheit ist lohnend, denn die Biologen füllen immer mehr Lücken im Stammbaum des Lebens und wie er sich aufzweigte.

Verwiesen wird auf käufliche Digitalausgaben des Magazins und diverse Onlineartikel.

Eine Auswahl der Online-Artikel


 

Sexualität
Wann der Johnny-Depp-Effekt versagt

Feminine Züge wirken nicht immer attraktiv. Bei Gesichtern mit Attributen beider Geschlechter sinkt die Anziehungskraft, wenn sich der Betrachter für ein Geschlecht entscheiden muss.

Frauen stehen auf Männer mit femininen Gesichtszügen. Das ist die Hypothese des so genannten Johnny-Depp-Effekts. Doch man weiß auch: Das trifft nicht in allen Lebenslagen zu. Forscher um Piotr Winkielman von der University of California in San Diego haben nun festgestellt, dass Bilder von Gesichtern, die stufenweise aus männlichen und weiblichen Gesichtszügen „zusammengemischt“ wurden, zwar generell attraktiver wirkten, wenn sie mehr weibliche Anteile enthielten. Die Attraktivität sank aber, wenn die Probanden zuvor gebeten wurden, sich auf das Geschlecht des abgebildeten Menschen festzulegen. Die Erklärung der Wissenschaftler: Setzt man die Probanden bezüglich des uneindeutigen Geschlechts unter Entscheidungsdruck, wirkt sich das negativ auf ein damit zusammenhängendes zu bewertendes Kriterium aus – in diesem Fall die Attraktivität.

Verhaltensforschung
Affen, die mit Steinen werfen

Bei gewalttätigen Demonstrationen fliegen öfter Steine gegen Polizisten oder Fensterscheiben. Ein ähnlich archaisches Verhalten wurde auch bei westafrikanischen Schimpansen beobachtet.

Im lichten Trockenwald Guinea-Bissaus hebt der stattliche Schimpansenmann einen faustgroßen Stein auf. Seine typischen „Uh-huh-huh“-Laute steigern sich schnell zu einem aufgeregten Kreischen, während er zielstrebig auf den nahen ausgehöhlten Baum zugeht. Plötzlich springt er mit einem Satz auf den Stamm, hält sich mit der rechten Hand fest und schleudert den Stein mit der linken in die Baumhöhlung. Wenige Sekunden später ist der Schimpanse verschwunden und der etwas zerbeulte und mit Steinen gefüllte Baumstamm bleibt allein zurück. Stiller Beobachter dieser Szene ist eine Kamerafalle des „Pan African Programme: The Cultured Chimpanzee“ kurz PanAf, die das Ganze auf Film bannt.

Evolution
Was Charles Darwin verpasst hat

Knochenfunde auf den Azoren und Madeira deuten an, dass die Inseln einst eine reichhaltige Tierwelt aufwiesen – darunter Musterbeispiele für die Evolution von Arten.

Auf seiner legendären Fahrt mit der HMS Beagle besuchte Charles Darwin auch verschiedene Inselgruppen im Atlantik – ohne ihnen größere Aufmerksamkeit zu schenken. Das geschah teilweise gezwungen, weil die Besatzung wie auf den Kanaren das Schiff aus Quarantänegründen nicht verlassen durfte, oder weil Darwin die Tierwelt beispielsweise der Azoren zu sehr an seine englische Heimat erinnerte. In seinem Tagebuch vermerkte er nur Stare, Stelzen, Finken und Amseln, die es auch im Königreich häufig gab. Doch er kam einfach leider nur 500 Jahre zu spät an.

Neandertaler:
Mit den Genen der Fremdlinge

Im Erbgut sibirischer Neandertaler finden sich über 100 000 Jahre alte Genspuren von Homo sapiens – die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Wie gelangten sie trotzdem dorthin?

Wann immer der hochmobile Homo sapiens in Neandertalergebiet vordrang, beschaffte er sich eine Portion Erbgut von den Alteingesessenen und zog dann weiter. So jedenfalls das Bild, das sich aus der paläogenetischen Forschung der letzten Jahren ergibt: der moderne Mensch voller Tatendrang, der Neandertaler das in Zeit und Raum konstante Hintergrundrauschen.

Dinosaurier
Der schlaue Vorfahr von T. rex

Handelt es sich um den gesuchten Missing Link in der Evolution der Tyrannosaurier? Ein Fossil aus der zentralasiatischen Steppe war ein T. rex in Klein.

Der Tyrannosaurus rex gilt als König unter den Dinosauriern – ein Topprädator mit exzellenten Sinnen. Seine Entwicklung bis an die Spitze der Nahrungskette ist jedoch noch nicht völlig verstanden; zumal bislang eine 20 Millionen Jahre lange Lücke in seinem Stammbaum klafft, weil hierzu die fossilen Nachweise von Zwischenformen fehlen. Timurlengia euotica könnte dieses Problem jedoch zumindest teilweise beheben, folgern Paläontologen um Stephen Brusatte von der University of Edinburgh.

Ursprung der Tiere
Was explodierte bei der kambrischen Explosion?

In einem gigantischen Evolutionsschub besiedelten vor 540 Millionen Jahren die ersten modernen Tiere die Ozeane. Was erzeugte ihre plötzliche Vielfalt?

Schwarze, zerklüftete Felsnadeln erheben sich 80 Meter über die Grasebenen Namibias. Sie gleichen uralten Stätten, Grabhügeln einer alten Zivilisation oder Spitzen riesiger Pyramiden, die im Laufe der Zeit vom Sand begraben wurden.


 

Es gibt viele weitere interessante Artikel zum Thema Evolutionsbiologie bei Spektrum.de – ein Besuch lohnt sich.